Unsere Reise mit Oliver

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- Wir gehen nach Chicago: Was wir uns von der Stammzellentherapie erhoffen und warum Olivers Leben voller Würde ist
Wir werden nach Chicago gehen. Mit Oliver. Zur University of Chicago. Für eine Stammzellentherapie. Article in English 🇬🇧 here - Artículo en español 🇪🇸🇲🇽 aquí Im Moment befinden wir uns mitten in der Planungsphase. Unser Ziel ist es, Anfang Juni dort zu sein. Wenn alles so läuft, wie wir hoffen, möchten wir am 1. Juni 2026 in Chicago ankommen, am Tag von Olivers drittem Geburtstag. Heute sind es noch 39 Tage bis dahin. Der Countdown läuft. Auch wenn die FDA der Stammzellentherapie zugestimmt hat, bedeutet das nicht, dass jetzt einfach alles automatisch passiert. Es gibt noch einige Hürden, sowohl bei der University of Chicago als auch bei uns. Die Universität muss intern noch verschiedene Freigaben erteilen. Man muss sich vorstellen, dass auch dort viele Sicherheitsmechanismen eingebaut sind. Gerade weil Oliver das erste Kind in diesem Alter in den USA sein wird, das in einer kontrollierten Umgebung eine Stammzellentherapie erhält, muss alles genau geprüft, genehmigt und vorbereitet werden. Es geht um Sicherheit, Verantwortung, viele Dokumente, klare Abläufe, medizinische Entscheidungen und am Ende immer um Oliver. Auch wir müssen sehr viel organisieren. Eine der größten Fragen ist, wie wir überhaupt mit Oliver nach Chicago kommen. Können wir einen normalen Linienflug nehmen oder brauchen wir einen medizinischen Flug? Das Beatmungsgerät selbst ist dabei nicht das größte Problem. Die größere Herausforderung ist der Sauerstoff. Mit Sauerstoffflaschen an Bord einer Linienmaschine zu kommen, ist nicht einfach. Hier müssen wir klären, was möglich ist, was erlaubt ist und was für Oliver wirklich sicher ist. Die nächste große Frage ist, wo wir mit Oliver in Chicago sein werden. Eine Möglichkeit wäre, dass Oliver im Comer Children’s Hospital der University of Chicago aufgenommen wird. Da Oliver ein Beatmungsgerät hat, würde das vermutlich bedeuten, dass er auf eine Intensivstation müsste. Dort gibt es klare Richtlinien. Ein Patient mit Beatmungsgerät braucht eine besonders kontrollierte Umgebung. Natürlich verstehen wir diese Regeln. Aber für uns fühlt es sich gleichzeitig falsch an, Oliver einfach auf eine Intensivstation zu bringen. Oliver ist stabil. Oliver ist gesund in seinem neuen Leben. Oliver ist glücklich. Er will raus. Er will die Welt sehen. Er will dabei sein. Er will nicht nur in einem Zimmer liegen. Eine andere Möglichkeit wäre ein Rehabilitationszentrum. Aber auch dort gilt oft: Beatmungsgerät bedeutet besondere Umgebung. Und besondere Umgebung bedeutet extrem hohe Kosten. Deshalb überlegen wir auch, ob Laura und ich Oliver selbst pflegen und mit ihm in ein Hotel oder Airbnb gehen. Dann wäre Oliver ein sogenannter Outpatient. Das bedeutet, dass er ambulant zu seinen Behandlungen ins Krankenhaus geht und danach wieder mit uns zurückkommt. Aber auch dieser Weg ist nicht einfach. Dann müssten Laura und ich Oliver ohne unsere gewohnte Hilfe versorgen. Wir müssten alles selbst organisieren. Sauerstoff, Verbandsmaterial, Behandlungsmaterial, Pflegeabläufe, Tracheostoma Versorgung, Katheterwechsel, Einkaufen, Mahlzeiten vorbereiten, Termine koordinieren und gleichzeitig einfach für Oliver da sein. Natürlich machen wir vieles davon hier in Mexiko auch selbst. Aber hier haben wir Hilfe. In Chicago wären wir wahrscheinlich viel mehr auf uns allein gestellt. Am Ende werden wir so entscheiden, wie es für Oliver am besten ist. Wir gehen nicht nach Chicago, um Urlaub zu machen. Wir gehen nach Chicago, weil wir Oliver diese Chance geben möchten. Es geht darum, dass er die Stammzellen erhält, dass er Therapien bekommt und dass wir alles tun, was sinnvoll und möglich ist, um seinen Heilungsprozess zu unterstützen. Eine Frage bekommen wir immer wieder gestellt: Was erwartet ihr euch von dieser Stammzellentherapie? Diese Frage ist nicht einfach zu beantworten. Wenn ich sage, ich wünsche mir, dass Oliver wieder laufen kann, dann klingt das nach dem großen Traum. Und ja, natürlich wäre das ein Traum. Welcher Vater würde sich das nicht wünschen? Aber gleichzeitig würde diese Antwort alles klein machen, was Oliver schon erreicht hat. Und alles, was er jeden Tag ist. Wir sind in diesem neuen Leben mittlerweile angekommen. Oliver kann sich nicht gezielt bewegen. Er ist auf Hilfe angewiesen. Er wird beatmet. Er hat eine Magensonde zur Ernährung und einen Blasenkatheter. Und jetzt kommt etwas sehr Entscheidendes: Oliver ist glücklich. Manchmal ist das schwer zu beschreiben. Vielleicht glauben einem manche Menschen das auch nicht. Aber jeder, der Oliver kennt oder ihn schon live erlebt hat, wird es bestätigen. Oliver findet Freude in Dingen, die viele Menschen gar nicht mehr wahrnehmen. Heute waren wir draußen. Oliver wollte Fußball spielen. Natürlich kann er nicht selbst spielen. Aber er hat gesagt, Basti soll ins Tor und Julian soll schießen. Also haben wir Fußball gespielt. Bestimmt 30 Minuten lang haben wir aufs Tor geschossen. Immer wenn der Ball im Netz war, hat Oliver „Tor“ gerufen. Und wenn Basti gehalten hat, hat Oliver „Bravo Basti“ gerufen. Oliver findet Freude darin, dabei zu sein, zu beobachten und trotzdem Einfluss zu nehmen. Er sagt, was er möchte. Er entscheidet mit. Er ist mitten drin. Genau deshalb möchte ich nicht nur darüber sprechen, dass Oliver den Unfall überlebt hat. Ja, er hat überlebt. Ja, das war ein Wunder. Aber danach wurde uns auch gesagt, dass seine Chancen nicht hoch seien, jemals wieder schlucken zu können. Dass er vielleicht nie sprechen wird. Dass er wegen der hohen Verletzung auf Höhe C2 vermutlich sein Leben lang vom Beatmungsgerät abhängig sein wird. In den ersten Wochen haben wir gelernt, mit Oliver über ein Brett zu kommunizieren. Auf diesem Brett waren Bilder. Ein Buch für eine Geschichte, ein Ball für Spielen, ein Fernseher für etwas anschauen. Wir haben ihm drei Möglichkeiten gegeben. Er hat geschaut und mit den Augen geantwortet. Heute ruft er „Tor“. Heute sagt er „Bravo Basti“. Heute sagt er uns, was er möchte. Was erwarten wir also von der Stammzellentherapie? Es gibt darauf nicht die eine Antwort. Wenn wir Olivers Heilungsprozess irgendwie unterstützen können, dann wollen wir das tun. Wenn es eine Möglichkeit gibt, dass Zellen sich weiter regenerieren können, dann möchten wir diese Möglichkeit nutzen. Diese Chance gibt es für uns jetzt. Und deshalb gibt es dafür auch keinen Preistag. Wir werden so lange wie möglich und so sinnvoll wie möglich nach Chicago gehen. Viele Eltern wären gerne in der Lage, ihrem Kind eine Stammzellentherapie zu ermöglichen. Wir bekommen so viele Nachrichten von Familien mit ähnlichen Schicksalen. Mit vielen stehen wir direkt in Kontakt. Wir hoffen sehr für Oliver. Aber wir hoffen auch für andere Kinder, für andere Familien und für Menschen, die auf etwas warten, das ihnen vielleicht neue Möglichkeiten geben kann. Vielleicht kann so eine Therapie im Kindesalter einen großen Effekt haben. Vielleicht auch nur einen kleinen. Aber auch ein kleiner Fortschritt kann in unserem Leben riesig sein. Ja, es wäre ein Traum, Oliver wieder laufen zu sehen. Aber ich werde mit allem zufrieden sein, was mehr ist als heute. Mit kleinen Erfolgen. Mit großen Erfolgen. Mit allem, was Oliver mehr Freiheit gibt. Wir werden keine falschen Erwartungen haben. Wir werden uns überraschen lassen. Und wir freuen uns auf diesen Weg, den wir mit Oliver gehen dürfen. Natürlich gibt es auch andere Nachrichten. Immer wieder schreiben Menschen, was Oliver denn für ein Leben ohne Würde habe. Dass er nur lebe, weil seine Eltern egoistisch seien. Andere schreiben, man solle Oliver in ein Heim geben, damit wir als Eltern unsere Zwillinge nicht vernachlässigen. Dazu möchte ich etwas sagen: Zum Glück mussten wir nie entscheiden, ob Oliver leben darf oder nicht. Oliver ist im Kopf zu 100 Prozent da. Damit ist für mich diese Frage beendet. Wir lieben unsere Kinder. Und wir werden für sie bis ans Ende der Welt gehen. Jeder, der sein Kind liebt, kennt dieses Gefühl. Dieses Gefühl am Tag der Geburt, wenn man sein Kind zum ersten Mal in den Händen hält. Diese Verantwortung. Diese Liebe. Dieses Wissen: Ich werde alles für dich tun. Auch wenn es bedeutet, das eigene Leben komplett umzustellen. Auch wenn es bedeutet, das alte Leben loszulassen. Oliver hat sich das alles nicht ausgesucht. Wir haben uns das nicht ausgesucht. Das Schicksal hat uns zusammen an diesen Punkt gebracht. Und deshalb gehen wir diesen Weg auch zusammen. Als Familie. Natürlich wissen wir, dass man Dinge öffentlich teilt und dann auch Kritik bekommt. Fragen. Zweifel. Urteile. Wir versuchen nur, das Beste für unsere Familie zu machen. Seit mehr als einem Jahr kämpfen wir unermüdlich. Und natürlich machen wir nicht alles richtig. Oft denke ich selbst, dass wir manche Dinge vielleicht anders hätten machen sollen. Aber dieses neue Leben mussten wir erst lernen. Wir machen Erfahrungen. Wir ziehen Konsequenzen. Wir versuchen, jeden Tag besser zu werden. Für Oliver. Für Julian. Für Basti. Für uns als Familie. Wir werden euch auf unserem Weg nach Chicago mitnehmen. Und auch in Chicago. Noch 39 Tage bis zum 1. Juni 2026. Es ist ein neuer Abschnitt. Ein experimenteller Weg. Ein Weg voller Hoffnung, aber auch voller Verantwortung. Wir wissen nicht, was am Ende möglich sein wird. Aber wir wissen eines: Für Oliver gibt es kein Limit. Wir sehen ihn jeden Tag. Wir sehen seine Freude. Seine Kraft. Seinen Willen. Sein Lachen. Wir sind so stolz auf ihn. Egal ob er laufen kann oder nicht. Wir sind stolz auf unseren Oliver. Und wir sind stolz auf unsere Zwillinge. So wie alle Eltern, die ihre Kinder lieben, stolz auf ihre Kinder sind. Denn am Ende sieht man sein eigenes Kind nicht durch die Augen anderer Menschen. Man sieht es nicht als weniger. Nicht als falsch. Nicht als Belastung. Nicht als ein Leben mit weniger Würde. Egal ob ein Kind laufen kann oder nicht. Egal ob es gesund ist oder eine Krankheit hat. Egal ob es Hilfe braucht oder nicht. Für Eltern ist ihr Kind nicht „anders“ im Sinne von weniger wert. Es ist einfach ihr Kind. Nur Menschen, die selbst glauben, sie seien der Maßstab für „normal“, denken so. Oft sind diese Menschen körperlich gesund. Aber vielleicht fehlt ihnen genau das, was man nicht im Körper messen kann: Mitgefühl, Liebe und die Fähigkeit, den Wert eines Lebens nicht an Bewegung, Leistung oder Selbstständigkeit festzumachen.
- 23. April 2025 – Der Tag, an dem man uns sagte, Oliver werde das Krankenhaus nicht lebend verlassen
(Mittwochmorgen, 6 Tage nach dem Unfall) In den letzten Tagen habt ihr auf unseren Videos in Instagram und im Fernsehen bei RTL einen der schwersten Momente unserer Reise gesehen. Den Moment, als mehrere Neurologen unser Zimmer betraten und uns sagten, dass unser Sohn Oliver das Krankenhaus nicht lebend verlassen werde. Article in English 🇬🇧 here - Artículo en español 🇪🇸 🇲🇽 aquí Heute möchten wir euch die Geschichte dahinter in kurzer Form erzählen. Am Mittwochmorgen, dem 23. April 2025, wurde Laura früh zur Tomographie abgeholt. Ein Video für Freunde und Bekannte vom 23.04.2025 - 8:20 Uhr morgens Drei Tage zuvor hatte sie selbst eine neun Stunden Operation überstanden. Während sie untersucht wurde, lief ich durch die Krankenhausgänge, telefonierte mit Ärzten und suchte weiter nach Antworten. Die Nacht zuvor hatte ich fast komplett recherchierend verbracht. Kaum Fälle. Kaum Hoffnung. Und trotzdem war da noch dieser kleine Funken in mir. So wurde mir von der vergangenen Nacht in der Intensivstation berichtet Als ich später zu Oliver auf die Intensivstation ging, bekam ich zum ersten Mal seit Tagen vorsichtig positive Nachrichten. Die Nacht sei stabil gewesen. Seine Werte seien im normalen Bereich. Die Ärzte überlegten sogar, in den kommenden Tagen die Sedierung zu reduzieren. Oliver wurde nach seiner schweren Operation weiterhin im künstlichen Koma gehalten, um seinen Körper und vor allem seinen Kopf maximal zu schützen. Zudem sei die Halskrause angekommen um seinen Kopf endlich fixieren zu können. Für einen kurzen Moment fühlte es sich an, als würde sich eine Tür öffnen. Bild von Oliver mit leicht geöffneten Augen um 9:45 Uhr Ich saß bei Oliver, las ihm vor und sang unsere Lieder. Seine Pupillen bewegten sich, wenn ich mit ihm sprach, seine Augen waren auch leicht geöffnet. In diesen Momenten war ich überzeugt: Er hört mir zu. Er ist da. Kurz darauf wurde ich zu Laura gerufen. Wir warteten auf den Neurologen, den ich selbst am Vortag kontaktiert hatte. An den Kontakt zu diesem Neurologen zu kommen, war selbst schon ein kleines Wunder. Ich wollte unbedingt eine zweite Meinung zu Olivers Querschnittverletzung, die uns erst am 21. April mitgeteilt worden war. Trotz allem klammerte ich mich an die Hoffnung, dass es irgendwo noch Möglichkeiten geben könnte. In meinem Kopf war immer wieder ein Ziel: die USA, insbesondere Johns Hopkins in Baltimore hatte ich im Kopf als Klinik die auf Rückenmarksverletzungen spezialisiert ist. Ich hatte diese leise, aber hartnäckige Hoffnung, dass es vielleicht doch einen Weg geben könnte, Oliver zu helfen und ihm ein besseres Leben zu ermöglichen. Es handelte sich um Dr. Luis Herrera (Name geändert), einen pensionierten Neurologen, der viele Jahre Leiter der Neurologie in einem der renommiertesten Krankenhäuser Mexikos gewesen war. Auf seinem Fachgebiet galt er als absolute Koryphäe. Genau deshalb setzte ich so große Hoffnung in dieses Gespräch. Ich schilderte ihm unseren gesamten Fall und bat ihn eindringlich, sich Olivers Befunde persönlich anzuschauen. Dr. Luis reagierte ruhig, sehr zugewandt und versprach mir, dass er zusätzlich mit dem operierenden Arzt sprechen werde. Dieser war Dr. Alejandro Morales (Name geändert), der Oliver unmittelbar nach dem Unfall operiert hatte. Mit diesem Wissen im Rücken war ich überzeugt, dass wir jetzt gemeinsam nach vorne schauen würden. Der pensionierte Neurologe setzte sich ruhig neben Lauras Bett. Seine Stimme war ruhig, fast sanft. Zuerst erklärte er medizinisch, was passiert war: die schwere Rückenmarksverletzung, die fehlende Atmung und die lange Zeit ohne Sauerstoff nach dem Unfall. Und dann fiel der Satz, der unser Leben in zwei Teile schnitt. Oliver habe keinen Ausweg. Er könne nicht überleben. Man könne ihn noch eine Zeit lang am Leben halten, erklärte er. Aber maximal ohne Bewusstsein, ohne Bewegung und ohne echte Chance. Früher oder später werde er sterben. Die Neurologen erklärten uns auch sehr deutlich: Selbst wenn man Oliver aufwachen lassen würde, wäre das aus ihrer Sicht eine Katastrophe — für ihn, für uns als Eltern und auch für seine Brüder. Aufgrund der langen Zeit ohne Sauerstoff, des Schlaganfalls im Kleinhirn und der schweren Gesamtverletzung gingen sie davon aus, dass Oliver möglicherweise neurologisch gar nicht mehr wirklich da sei. Der Moment als uns gesagt wurde, dass Oliver keine Chance hat zu überleben. 11:15 Uhr Diese Bilder, sagten sie, wären dann die letzten Erinnerungen, die uns von unserem Sohn bleiben würden. Ich hielt Lauras Hand. Wir beide brachen zusammen. Laura fragte nur eine einzige Sache: ob Oliver leide. Der Arzt sagte nein. Oliver habe beim Unfall das Bewusstsein verloren und seitdem nichts gespürt. Er habe in diesem Moment geschlafen. Seine letzten Erinnerungen seien die glücklichen Momente am Morgen im Pool gewesen — wie wir zusammen gespielt haben, bis er müde wurde, sein Milchfläschchen wollte und in sein Nickerchen eingeschlafen ist. Von diesem Schlaf, so sagte man uns, sei er nicht mehr aufgewacht. Im weiteren Gespräch kam auch das Thema Organspende zur Sprache. Uns wurde sehr offen erklärt, dass viele Organe durch den Unfall bereits stark geschädigt seien. Sein Herz war beschädigt. Seine Lungen waren beeinträchtigt. Auch die Leber zeigte Auffälligkeiten und käme nicht infrage. Die Ärzte sagten uns jedoch auch etwas, das sich tief in uns eingebrannt hat: Mit den Organen, die noch gesund seien, könne Oliver möglicherweise einem anderen Kind Hoffnung schenken. Sie erklärten uns, dass gerade bei kleinen Kindern die Wartelisten lang seien und dass Oliver — trotz all dieser Tragödie — vielleicht einem anderen Kind das Leben retten könnte. Gleichzeitig sagte Dr. Luis sehr behutsam etwas, das uns fast das Herz zerriss: Wir sollten die zwei wunderschönen Jahre mit Oliver in Erinnerung behalten. Und wir sollten auch die Zwillinge sehen — sie seien noch da, sie brauchen uns. Aber in diesem Moment fühlte sich nichts daran tröstlich an. Alles war einfach nur Horror. Niemand ist auf so ein Gespräch vorbereitet. Kein Elternteil. Kein Mensch. Innerhalb einer Woche wird er von uns gehen — und wir sehen nie wieder seine wunderschönen Augen. Wir saßen dort zwischen Hoffnung und völliger Fassungslosigkeit. Minuten zuvor hatten wir noch geglaubt, es gehe langsam bergauf. Jetzt sollten wir akzeptieren, dass unser Sohn sterben würde. Als die Ärzte den Raum verließen, blieb nur Stille. Und dieses immer wiederkehrende Warum. Warum kam sein Herz zurück. Warum reagierte er auf unsere Stimmen. Warum fühlte es sich so sehr an, als wäre er noch bei uns. Später ging ich allein auf das Parkdeck. Ich lag dort auf dem Boden und sprach eine Sprachnachricht an Oliver. Ich sagte ihm, wie stolz ich bin, sein Papa zu sein. Dass wir immer einen Platz für ihn in unserem Leben behalten werden. Und dass ich nicht bereit bin, ihn gehen zu lassen. Aber tief in mir wusste ich auch: Wenn all das stimmt, was die Ärzte sagen, dann wollten wir vor allem eines. Dass er nicht leidet. Als wir an diesem Tag wieder zu Oliver auf die Intensivstation gingen, war alles anders. Zum ersten Mal standen wir an seinem Bett mit der Möglichkeit im Raum, dass wir ihn vielleicht nicht mehr lebend wiedersehen würden. Wir beteten. Wir hielten seine Hand. Und wir sagten unserem Sohn etwas, das kein Elternteil je sagen möchte: Wenn deine Zeit hier vorbei ist, darfst du loslassen. Am Abend sprachen Laura und ich lange miteinander. Leise, erschöpft und gebrochen. Wir sprachen darüber, wo wir Oliver beerdigen würden. Und irgendwann fanden wir eine leise, zerbrechliche Form von Frieden in dem Gedanken, dass Oliver zu keiner Zeit gelitten hat. Was die Tage danach passierte, davon erzählen wir im nächsten Blogbeitrag. 💛 RTL Video vom 20.02.2026 über die Ereignisse vom 23.04.2025
- Training der selbstständigen Atmung
Ich möchte heute über ein Thema schreiben, das uns gerade sehr beschäftigt: Olivers Atmung . Oliver wird aktuell mit einem Astral 150 Beatmungsgerät beatmet. Dieses Gerät läuft bei ihm im sogenannten Spontan-/Zeitmodus (S/T), einem Modus, der ihn bereits dabei unterstützt, wieder selbst zu atmen. Dabei ist das Gerät seit Monaten auf 26 Atemzüge pro Minute eingestellt. Wichtig ist uns an dieser Stelle zu erklären, was das wirklich bedeutet. Diese Zahl heißt nicht, dass Oliver nur genau diese 26 Atemzüge machen darf. Wenn sein Körper mehr Atemzüge braucht, kann er diese jederzeit selbst initiieren . Das Beatmungsgerät erkennt diesen Impuls und unterstützt Oliver dann dabei, die Ein- und Ausatmung vollständig durchzuführen. Auf dem Bild sieht man die gelben kleinen Männchen. Diese Atemzüge wurden von Oliver selbst initiiert. Oliver stößt den Atemzug also selbst an – das Gerät hilft ihm, ihn zu Ende zu bringen. Er ist nicht passiv, sondern aktiv beteiligt. Das nennt man assistierte Beatmung. Oliver stößt den Atemzug an – und das Gerät hilft ihm, ihn zu Ende zu bringen. Er ist also nicht passiv. Sein Körper arbeitet mit. Und genau das ist ein ganz wichtiger Punkt. Was passiert, wenn Oliver einen Atemzug initiiert? Wenn Oliver selbst einen Atemimpuls setzt, erkennt das Beatmungsgerät diesen Impuls. Es springt nicht einfach blind an, sondern reagiert auf seinen Körper. Das Gerät unterstützt dann: die Einatmung , indem es Luft zuführt und die Ausatmung , indem es den Atemzug kontrolliert beendet Man kann sich das ein bisschen so vorstellen, als würde jemand beim Treppensteigen eine Hand reichen. Man geht selbst – aber man wird gestützt. Besuch der Lungenspezialisten Am 27.01.2026 hatten wir Besuch von zwei Lungenspezialisten , beide spezialisiert auf Tracheostomien . Beide haben uns unabhängig voneinander gesagt, dass sie uns dabei unterstützen möchten, einen langfristigen Plan zu entwickeln, wie Oliver eines Tages vom Beatmungsgerät wegkommen kann. Das ist kein schneller Prozess. Aber es ist ein realistischer. Eine Verletzung auf Höhe C2/C3 liegt sehr weit oben im Halsbereich. In diesem Bereich verlaufen Nerven, die unter anderem die Atmung steuern. Bei einer vollständigen Querschnittslähmung auf dieser Höhe ist eigenständiges Atmen normalerweise nicht möglich. Die medizinische Ausgangslage – C2/C3 Olivers Rückenmarkverletzung liegt zwischen C2 und C3 , also sehr weit oben im Halsbereich der Wirbelsäule. Das „C“ steht dabei für cervical und bezeichnet die Halswirbelsäule . Insgesamt gibt Halswirbelsäule (C1–C7) – Olivers Verletzung liegt zwischen C2 und C3. sieben Halswirbel, die von C1 bis C7 nummeriert sind. Je kleiner die Zahl, desto näher liegt der Wirbel am Kopf und Gehirn. Medizinisch bedeutet eine Verletzung auf Höhe C2/C3, dass Nervenbahnen betroffen sind, die sehr grundlegende Körperfunktionen steuern. In diesem Bereich verlaufen unter anderem die Nerven, die das Zwerchfell beeinflussen – also den wichtigsten Atemmuskel. Das Zwerchfell sorgt dafür, dass sich die Lunge bei jedem Atemzug ausdehnen und wieder zusammenziehen kann. Bei einer vollständigen Rückenmarkverletzung auf dieser Höhe ist es normalerweise so, dass diese Signale das Zwerchfell nicht mehr erreichen. In solchen Fällen ist eine eigenständige Atmung in der Regel nicht möglich , und Betroffene sind dauerhaft auf eine maschinelle Beatmung angewiesen. Deshalb gelten Verletzungen im Bereich C2/C3 medizinisch als besonders schwer. Aus genau diesem Grund wurde in den vergangenen Monaten immer wieder sehr genau überprüft, ob Oliver überhaupt in der Lage ist, seine Atmung selbst zu steuern. Dabei ging es nicht um Belastung, sondern um kurze, kontrollierte Situationen, in denen beobachtet wurde, ob sein Körper eigenständig Atemimpulse setzen kann. Und ja: Das kann er. Diese Fähigkeit ist die Grundlage dafür, dass wir das Thema Atmung jetzt aktiv angehen können – Schritt für Schritt, vorsichtig und mit engmaschiger medizinischer Begleitung. Die Tests – und ganz wichtig: ohne Leiden Bei diesen Tests wurde Oliver für einige Sekunden vom Beatmungsgerät getrennt. Nicht länger. Nicht unkontrolliert. Und ganz sicher nicht, um ihn leiden zu lassen. Wir haben alle Geräte hier zu Hause , die dafür notwendig sind. Oximeter, Alarme, Absaugung – alles. Die Ärzte haben uns das auch ausdrücklich attestiert. Sie sagten, sie hätten selten ein Kind in der Heimpflege gesehen, das so professionell ausgestattet ist . Und das verdanken wir nicht uns, sondern den Menschen da draußen , die uns unterstützen. Bei diesen kurzen Momenten zeigte sich: Olivers Körper initiiert Atemzüge . Das ist entscheidend. Beatmung bedeutet nicht, dass Maschinen das Leben ersetzen Olivers Leben hängt aktuell an einem Beatmungsgerät. Aber das bedeutet nicht, dass eine Maschine sein Leben übernimmt oder ersetzt. Ein Beatmungsgerät unterstützt die Atmung – es tritt nicht an die Stelle von Bewusstsein, Wahrnehmung oder eigener Körperfunktion . Oliver ist wach. Er reagiert, fühlt, spielt, lacht. Sein Körper arbeitet – nur ein Teil davon braucht Unterstützung. Bei Menschen, deren Körper die Atmung vollständig nicht mehr selbst anstoßen kann, übernimmt ein Gerät diese Aufgabe komplett. In solchen Situationen ist die Maschine der einzige Weg, den Gasaustausch aufrechtzuerhalten. Bei Oliver ist das anders. Sein Körper kann Atemimpulse setzen. Das Beatmungsgerät erkennt diese Impulse und unterstützt ihn dabei, die Ein- und Ausatmung vollständig durchzuführen. Es arbeitet mit seinem Körper , nicht an seiner Stelle. Oliver ist insgesamt in einem sehr guten körperlichen Zustand. Genau deshalb sagen die Ärzte, dass jetzt der richtige Zeitpunkt ist, das Thema Atmung aktiv anzugehen und seinen Körper Schritt für Schritt wieder mehr einzubeziehen. Gewöhnung – der Körper lernt, was er nicht mehr braucht Der Körper ist ein Gewöhnungstier. Wenn man keinen Sport macht, verliert man Ausdauer. Wenn man lange im Bett liegt, verliert man Kraft. Und so ist es auch hier. Oliver wird seit fast 9 Monaten beatmet . Am 2. Mai wurde die Tracheostoma-OP durchgeführt, das heißt: Die Beatmung erfolgt direkt über die Luftröhre, nicht über Mund oder Nase. Sein Körper kennt diesen Zustand inzwischen. Rund 30 % seines Lebens lebt er damit. Das macht es nicht unmöglich – aber es macht es schwer. Das Alter – Fluch und Segen zugleich Oliver ist 2½ Jahre alt . Man kann mit ihm kommunizieren, so wie man das mit einem Kind in diesem Alter eben kann. Durch das Alter und sein Verständnis hat er eine unglaublich positive Einstellung zum Leben. Aber man kann ihm nicht erklären: „Jetzt atme bitte tief ein, es ist wichtig.“ Er weiß nur: Es ist unangenehm. Kinder merken sich das, was sich schlecht anfühlt. Dann verkrampfen sie. Statt ruhiger, tiefer Atemzüge kommen schnelle, kurze. Aber: Er macht sie. Und das ist der Unterschied. Vor der OP in Chicago war das anders. Damals, wenn er kurz abgesteckt wurde – zum Beispiel beim Wechseln der Halskrause – hat sein Körper gar nichts gemacht. Heute ist das anders. Oft merkt er es nicht einmal mehr. Wir müssen nur daran denken, vorher den Alarm auszuschalten. Das Training – langsam, leise, ohne Druck Das Ziel ist nicht , Oliver einfach vom Gerät abzustecken. Das Ziel ist, seinen Körper neu zu fordern , ohne dass er es als Stress oder Strafe empfindet. Seit Monaten stand das Gerät auf 26 Atemzüge . Wenn er mehr brauchte, hat er mehr gemacht. Wenn er weniger brauchte, bekam er trotzdem 26. Jetzt ändern wir diese Zahl langsam. Gestern: 25 Atemzüge Heute: 24 Atemzüge Wenn er mehr braucht, kann er sie jederzeit selbst auslösen. Er ist dauerhaft mit einem Oximeter überwacht. Sollte sich der Sauerstoff verschlechtern, schlägt sofort ein Alarm an. Das ist Training. Kein Leiden. Niemand läuft einen Marathon aus dem Stand. Nach einem Beinbruch geht man auch nicht sofort wieder. Man trainiert. Und genau das tun wir hier. Was ist realistisch? Und jetzt das Wichtigste. Ja – es ist realistisch , dass Oliver eines Tages wieder selbst atmet. Das wurde uns bestätigt. Und das zeigt auch das Video von heute. Oliver atmet hier für kurze Zeit ohne angeschlossenes Beatmungsgerät selbstständig. Aber: Das ist kein Weg von Monaten. Eher von Jahren . Wir sprechen von 1 bis 3 Jahren . Oliver muss erst in ein Alter kommen, in dem er versteht, was Atmen bedeutet. In dem er uns sagen kann, wie es sich anfühlt. Ob er den Atem bewusst steuern kann. Sein junges Alter war in vielen Dingen ein Geschenk. Hier ist es eine zusätzliche Herausforderung. Unsere Gefühle dabei Laura und ich waren am Dienstagabend niedergeschlagen. Nach dem so positiven Besuch von Dr. Marco am Samstag hat uns das erst einmal runtergezogen. Aber wenn wir zwei Tage später zurückblicken und sehen, wo wir herkommen, dann ist die Aussicht, dass Oliver vielleicht in ein paar Jahren selbst atmet , etwas sehr Großes. Also gehen wir es an. Ihr werdet Oliver weiterhin mit Beatmungsgerät sehen. Aber vielleicht jetzt mit einem anderen Blick. Denn man kann auch mit einem Beatmungsgerät wieder lernen zu atmen . Und genau daran arbeiten wir.
- Ich habe neun Monate auf dich gewartet
Oliver, Deine Ankunft hat meine Welt verändert. Ich habe neun lange, schöne und schwere Monate auf dich gewartet, und heute sind es neun Monate, seit ich dich verloren und wiedergefunden habe. Ich sah dich wie einen Phönix neu geboren werden, der aus seiner Asche aufsteht und sich in ein stärkeres, größeres und schöneres Wesen verwandelt. Das schöne Warten Stolze Mama Der Tag, an dem wir uns von deinen Brüdern verabschiedeten, um ins Krankenhaus zu fahren und dich willkommen zu heißen Am 2. Oktober war es, als der Schwangerschaftstest positiv war. Wir hatten schon einige Monate versucht, dich zu bekommen, und Mama war bereits verzweifelt, dich nicht zu finden. Endlich lächelte ich an diesem Tag. Doch das Lächeln hielt nicht lange an, denn nur wenige Tage später sagte uns der Arzt, dass ein hohes Risiko bestehe, dich zu verlieren, und dass ich rund um die Uhr im Bett bleiben müsse, in vollständiger Ruhe, wenn ich wollte, dass es dir gut geht. Es gab keine Garantien. Es war sehr schwer, deinen kleinen Brüdern, die gerade einmal zwei Jahre alt waren, zu erklären, dass Mama sie nicht mehr tragen konnte, dass ich nicht mehr mit ihnen auf dem Boden spielen oder sie abends ins Bett bringen durfte. Es war mein erster großer Schmerz: ihre traurigen und enttäuschten kleinen Gesichter zu sehen. Wie ironisch, dass die Situation heute ähnlich ist. Sie mussten erneut akzeptieren, ohne es sich ausgesucht zu haben, dass der Großteil meiner Aufmerksamkeit dir gilt, mein Baby, und nicht ihnen, obwohl sie noch so klein sind und selbst so große Veränderungen erleben. Die ersten drei Monate vergingen, und du klammertest dich an das Leben. Schon bald wurde diese Schwangerschaft zur Freude unserer Familie, und wir erfuhren, dass du ein Junge sein würdest, unser dritter Musketier. Oliver. Ich sah dich geboren werden, deinen ersten Atemzug nehmen und weinen. Ich sah, wie du deine Augen öffnetest und dich beruhigtest, als du meine Stimme hörtest. Ich hielt dich in meinen Armen und sagte dir, dass ich mein ganzes Leben auf dich gewartet habe, dass ich verspreche, immer auf dich aufzupassen… und du schliefst ein. Vor neun Monaten hast du aufgehört zu atmen, so lange, dass sich niemand erklären kann, wie du zurückgekommen bist. Auch ich war dem Tod nahe, doch selbst heute begreife ich nicht ganz, wie ernst meine Situation war. Seit dem Moment, in dem ich wusste, dass ich mich von dir verabschieden musste, mein Liebster, verschwand die Sonne aus meinen Tagen. Es war mir egal, ob ich lebte oder starb, und ich weiß, dass das deinen Geschwistern gegenüber nicht fair war, denn sie waren noch da und versuchten zu verstehen, was geschah. Ich hoffe, dass sie eines Tages wissen werden, dass meine Worte und meine Gefühle für jedes von ihnen gleich gewesen wären. Du wurdest geboren, hast an meiner Brust getrunken, und wir teilten die Intimität dieser Stunden, ganz eng aneinander. Seitdem bereite ich jede deiner Mahlzeiten mit derselben Liebe und Hingabe zu. Heute gelangt dieses Essen über deinen Magen in deinen Körper und nährt dich. Für mich ist es die letzte Spur dieser Abhängigkeit und dieser Verbindung, und deshalb habe ich mich geweigert, dir fertige Formeln zu geben oder einen Service zu beauftragen, der die Nahrung für deine Magensonde vorbereitet. Es ist immer noch etwas, das nur dir und mir gehört. Als du sechs Monate alt wurdest, hast du nach Wochen der Planung zum ersten Mal feste Nahrung probiert. Es war ein völliger Fehlschlag: du verzogst das Gesicht und weintest, als wäre das, was ich dir gab, Gift. Ich erinnere mich noch genau an dein kleines Gesicht, als der Löffel näherkam. Heute halte ich das Protokoll für die orale Ernährung in meinen Händen, mit dem wir beginnen werden. Nach all dieser Zeit sind die Ärzte überzeugt, dass du bereit bist, wieder oral essen zu lernen. Ich bin genauso nervös wie aufgeregt, genau wie beim ersten Mal. Ich verspreche dir, es mit derselben Liebe und Geduld zu tun, mit der wir damals begonnen haben. Ich hörte dich am 1. Juni 2023 weinen, und meine Tränen flossen wie eine Quelle, nicht aus Traurigkeit, sondern aus Freude. Es war der Höhepunkt meines Glücks. Heute planen wir und sprechen mit den besten Spezialisten, damit du eines Tages, nicht in ferner Zukunft, deinen zweiten ersten Atemzug nehmen kannst: ohne die Hilfe eines Beatmungsgeräts, mit deinen eigenen Lungen, die den Sauerstoff einatmen, der dich am Leben hält. Heute wissen wir, dass diese Möglichkeit real ist. Und ich bin mir sicher, dass ich dich eines Tages deine zweiten ersten Schritte machen sehe. Ich kenne niemanden Stureren als dich und niemanden, der mehr an dich glaubt und dein größter Fan ist als ich. Vor neun Monaten hattest du acht Zähne, heute ist dein kleines Mündchen voll und geschmückt mit einer Reihe wunderschöner, kostbarer, weißer Zähnchen, die du uns mit jedem deiner Lächeln zeigst, mit diesen Lächeln, in die man sich sofort verliebt. Vor neun Monaten erlebte ich die größte Angst meines Lebens, als ich für ein paar Minuten nicht wusste, ob ich meine ganze Familie verloren hatte und ob es meine Schuld gewesen war. Was eigentlich ein schöner Tag am Strand hätte sein sollen, an dem wir uns amüsierten, verwandelte sich in einen Albtraum. Ich sah deine Geschwister mit Blut im Gesicht, mit Halskrausen und Angst in den Augen. Ich sah meinen Vater, deinen Großvater, wie er versuchte, nicht vor mir zusammenzubrechen, so tat, als wäre er stark, um mir Kraft zu geben. Ich hörte meinen Mann, deinen Papa, wie er mir sagte, dass er mich liebt und dass alles gut werden würde, obwohl er wusste, dass nichts gut war. Vor neun Monaten verlor ich dich, ließ dich gehen und bat dich, zu gehen, wenn du deine Mission hier bereits erfüllt hattest. Ich sagte dir, dass Mama okay sein würde – die größte Lüge meines Lebens – und dass du dort, wo auch immer du bist, in Frieden sein sollst. Vor neun Monaten ist auch ein Teil von mir gestorben. Pläne und Träume sind gestorben. Doch heute sehe ich, dass an genau diesem Tag neue Ziele geboren wurden: der Wunsch, mit Sinn zu leben, das hinter sich zu lassen, was nur vom Wesentlichen ablenkt, das Materielle loszulassen, um das Essenzielle zu erkennen. Gold schätzt man am meisten, wenn man es im Schlamm entdeckt. Würde ich diesen Tag ändern, wenn ich die Zeit zurückdrehen könnte? Ja, absolut. Ich würde mein Leben geben, um dir deine Gesundheit zurückzugeben. Ich kann es nicht. Es ist etwas Seltsames und Tiefgründiges, zu wissen, dass ich neun Monate auf dich gewartet habe und dass heute genau dieselbe Zeit vergangen ist, seit ich dich verloren und wiedergefunden habe. Ich werde weiterhin Berge für dich versetzen, für dich und für deine Brüder. Meine Liebe zu euch allen ist unendlich und unerschöpflich. Ich habe mich von einem Baby verabschiedet und einen Helden empfangen, einen Kämpfer. Mit Liebe, Mami
- Kleine Zeichen. Große Bedeutung. Olivers leise Fortschritte
In den letzten Wochen und Monaten erreichen uns immer wieder ähnliche Fragen. Kann Oliver seine Hände bewegen? Braucht er noch ein Beatmungsgerät? Wird Oliver einmal laufen können? Vielen Dank das ihr diese Dinge fragt. Das zeigt uns das ihr hofft das es voran geht bei Oliver. Momentan gibt es auch viele Fortschritte die auf den ersten Blick nicht sichtbar sind. Aber sie sind da. Und sie sind enorm wichtig. In Videos oder auf Bildern sieht man sie nicht. Vor etwa drei Monaten begann Oliver, uns zu zeigen, dass er seine Blase spürt. Immer dann, wenn sein Katheter gewechselt wird, sagt er sehr deutlich, dass er Pipi muss. Der Katheter wird bei ihm einmal im Monat gewechselt. Medizinisch nennt man das suprapubischer Blasenkatheter. Das heißt ein Loch im unteren Bauch geht direkt in die Blase. Nach dem Wechsel kommt es oft zu einer leichten Reizung oder Infektion. Oliver merkt dann, dass noch Urin in der Blase ist. Er hört erst auf, Pipi zu sagen, wenn wirklich alles draußen ist. Wir helfen ihm dabei, indem wir den Katheter vorsichtig mit Wasser spülen und den Rest mit einer Spritze abziehen. Für uns ist das ein klares Zeichen. Da ist Wahrnehmung. Da ist eine Verbindung. Oliver isst ein Eis Das Neueste ist erst seit zwei bis drei Wochen da. Oliver sagt uns jetzt, wenn er groß muss. Er verwendet dafür das spanische Wort "Popo". Oliver kann diesen Muskel noch nicht selbst steuern und nicht aktiv drücken. Aber er spürt, wenn alles voll ist. Und er lässt es uns wissen. Wir bringen ihn dann in eine Position, die es ihm erleichtert. Beine anziehen und Beine nach vorne. Manchmal helfen Übungen, manchmal müssen wir zusätzlich nachhelfen. Heute zum Beispiel konnte er kein Nickerchen machen, weil er die ganze Zeit gesagt hat, dass er groß muss. Erst als alles erledigt war, kam Ruhe in seinen Körper. Viele Bewegungen, die Oliver zeigt, sind emotional gesteuert. Es ist nicht so, dass wir sagen können, er bewegt bewusst seine Hände oder Beine. Noch nicht. Und wir wissen ehrlich gesagt nicht, ob er seine Hände irgendwann gezielt bewegen wird oder ob er laufen können wird. Das kann uns niemand sagen. Aber all diese neuen Wahrnehmungen geben Hoffnung. Denn sie zeigen, dass eine Verbindung da ist. Oliver ist erst zweieinhalb Jahre alt. Er hat noch nicht das Vokabular, um uns genau zu erklären, wie sich all das für ihn anfühlt. Trotzdem sehen wir Veränderungen. Früher wollte er immer, dass jemand neben ihm sitzt und ihm am Kopf krault. Das gab ihm Sicherheit. In letzter Zeit reicht es ihm oft, wenn wir seine Hand halten und sanft streicheln. Wenn wir loslassen, fordert er die Hand wieder ein. Auch das ist neu. Heute ist uns noch etwas aufgefallen. Während Oliver versucht hat sein Nickerchen zu machen hat ein Krankenpfleger seinen Bauch mit einem Stethoskop abgehört. Oliver wurde in der Zeit am Kopf gestreichelt. Oliver hat aber reagiert und Nein gesagt. Er wollte nicht, das sein Bauch abgehört wird. Er hat gespürt, dass jemand seinen Bauch berührt. Auch das nehmen wir als wichtiges Zeichen wahr. Sein Augen waren definitiv geschlossen. Oliver isst crushed Ice Eine weitere häufige Frage ist, wann Oliver wieder selbst essen wird. Seit drei Wochen trägt er keine Halskrause mehr. Nur noch im Auto zur Sicherheit. Wir haben vorsichtig angefangen, ihm ein wenig Eis zu geben. Nicht als Mahlzeit, sondern als Zusatz. Meistens hat Oliver keinen Hunger, weil er weiterhin nach Plan ernährt wird. Und das ist uns auch wichtig. Ein gesundes Gewicht und ein stabiler Zustand gehen vor. Wir werden alles langsam und behutsam angehen. Erst ein Löffel, dann zwei, irgendwann vielleicht eine Mahlzeit am Tag. Schritt für Schritt. Was uns ganz wichtig ist. Olivers Weg ist kein Sprint. Es sind erst fünf Monate seit der Operation in Chicago vergangen. Der Unfall liegt neun Monate zurück. Für eine so schwere Verletzung ist das medizinisch gesehen eine extrem kurze Zeit. Oliver ist da ,Oliver lebt und Oliver ist im Kopf hundert Prozent da. Er lacht, er strahlt und er hat eine unglaubliche innere Stärke. Oft eine bessere Einstellung zum Leben als wir Erwachsene. Wir setzen nun sehr große Hoffnung in die Stammzellentherapie in den USA, die wir dieses Jahr zweimal machen werden. Einmal im April und einmal im November. Vielleicht bewegt Oliver dort zum ersten Mal bewusst seine Hand. Vielleicht seine Zehen. Und wenn das passiert, werden wir darauf aufbauen. Im Rehabilitationszentrum Shirley Ryan in Chicago gibt es genau die Möglichkeiten dafür. Training, moderne Therapien, Exoskelette. Das ist unser Ziel für dieses Jahr. Und noch ganz ehrlich. Es ist uns egal, ob es zwei oder fünf Jahre dauert, bis Oliver laufen kann. Wenn er es irgendwann wieder kann, dann ist diese Zeit in seinem Leben nichts. Bis dahin geben wir ihm das schönste und bestmögliche Leben, das es gibt. Wir sind fest davon überzeugt, dass Oliver wieder selbstständig sein wird. Wir werden alles dafür tun. Danke nochmals für alle Kommentare und Fragen. Wir sind natürlich auch immer über gute Ratschläge dankbar. Wir wünschen euch allen noch ein gesundes neues Jahr. Euer Laura und Stefan mit Oliver, Julian und Sebastian
- Was blieb zurück?
Dieser Eintrag handelt von Verlusten. Keine Romantisierung. Nur die ungeschminkte Wahrheit. Etwas zu verlieren, schmerzt. Es schmerzt, weil es vorbei ist. Es schmerzt, weil es nicht mehr so sein wird. Wir haben ausführlich über alles gesprochen, was wir bei diesem Unfall am 17. April 2025 verloren haben. Zuerst verschlechterte sich sein Gesundheitszustand, was zu Olivers Behinderung führte. Doch davor mussten wir den drohenden Verlust seines Lebens verkraften und uns von unserem kleinen Jungen verabschieden. Dafür können wir unsere Gefühle nicht in Worte fassen. Wir haben die Gelegenheit verpasst, unseren Sohn in einem Umfeld ohne Einschränkungen kennenzulernen. Er hat die Chance verpasst, eine „normale“ Kindheit zu erleben. Wir haben auch viel darüber gesprochen, was es bedeutete, unser Zuhause zu verlieren. Wir verließen Königsbronn, unser Haus, am 2. April mit gepackten Koffern für einen zweiwöchigen Urlaub in Mexiko. Wir hinterließen das Haus sauber und bereit für unsere Rückkehr fünf Wochen später. Ich erinnere mich, wie ich die Vorräte in der Speisekammer überprüfte und verderbliche Lebensmittel entsorgte, da ich wusste, dass sie bei unserer Rückkehr nicht mehr zu gebrauchen sein würden. Meine Kinder suchten sich jeweils zwei oder drei Spielsachen für ihren Rucksack aus. Alles andere blieb zurück und wartete auf unsere Rückkehr. Wir haben dieses Zuhause verloren, in dem wir davon träumten, alt zu werden, wo Julian, Sebastian und Oliver krabbeln und laufen lernten; ein Zuhause, das wir mit Fotos, Gemälden, Farben und auch Kratzern zu unserem eigenen gemacht hatten. Diese Verluste sind materiell und verlieren irgendwann an Gewicht, wenn man vor größeren Herausforderungen steht, wenn man sie mit emotionalen Verlusten vergleicht, deren Schmerz unvorstellbar ist. 2017 verließ ich mein Heimatland Mexiko, um in Deutschland einen Traum zu verwirklichen. Ich wollte dort meinen Master machen, doch nach dem Abschluss schlug das Schicksal zu: Ich verliebte mich, heiratete und kehrte nie wieder nach Mexiko zurück. Ich hatte schon einmal alles hinter mir gelassen. Aber es war eine Entscheidung. Schmerzhaft, ja, aber dennoch eine Entscheidung. Diesmal hatten wir keine Wahl. Von einem Moment auf den anderen mussten wir alles zurücklassen, denn es gab einfach keinen Weg zurück. Und obwohl ich immer Mexikanerin bleiben werde, war Deutschland bereits meine Heimat. Acht Jahre lang lebte ich in diesem wunderschönen Land, lernte seine Sprache und Kultur kennen und erzog meine Kinder in einem bikulturellen Zuhause, das beide Traditionen respektierte – einem Zuhause, in dem wir Butterbrezel zum Frühstück und Tacos zum Mittagessen aßen. Und so plötzlich, wie es gekommen war, war es auch schon wieder weg. Nach dem Unfall verbrachten wir die nächsten 40 Tage im Krankenhaus, in ständiger Ungewissheit. Olivers Leben war trotz all dem, was er schon überstanden hatte, nicht gesichert. Wie die Ärzte heute sagen, hätte ihn ein einfacher Nieser töten können. Als sie uns schließlich sagten: „Sie können ihn jetzt mit nach Hause nehmen, wir entlassen ihn“, sahen wir uns an und sagten: Welches Haus? Unserer ist zehntausend Kilometer entfernt. Meine Eltern öffneten uns voller Liebe ihr Zuhause. Sie passten alles an, um uns willkommen zu heißen: eine Familie, die von Trauer gezeichnet war, mit einem schwerbehinderten Baby, Eltern, die vor Angst zitterten, und Kinder, die nicht verstanden, was vor sich ging. Obwohl es ein unermesslicher Akt der Liebe war, wussten wir, dass er nicht ewig dauern konnte. Unsere Freunde blieben zurück. Man sagt, wahre Freundschaften überstehen Entfernungen, aber es ist schwer, in Kontakt zu bleiben, wenn wir im Überlebensmodus leben, wenn jede Familie ihre eigene Realität durchlebt und der Alltag zu viel wird, wenn wir keine Pläne mehr zum Abendessen machen oder uns einfach treffen können. Die Zwillinge verloren ihre neuen Freundschaften, ihre Kindergartenerlebnisse, die Möglichkeit, auf natürliche Weise eine Sprache zu lernen. Sie verloren ihren sicheren Hafen. Sie verloren die Chance, Oliver beizubringen, schelmisch zu sein, ihn vor den Raufbolden zu beschützen , die ihn vielleicht eines Tages hätten ärgern können. Sie verloren ihren dritten Musketier, denn er ist zwar noch da, kann aber nicht mehr Teil ihres Alltags sein. Ich kann meine Mutterrolle weiterhin ausüben, indem ich mich um Oli kümmere, aber sie können ihre Geschwisterrolle nicht mehr ausfüllen, indem sie mit ihm spielen oder ihm Fußball beibringen. Die Momente, die sie jetzt miteinander teilen und die immer noch kostbar sind, sind sehr unterschiedlich und selten: ein bisschen zusammen fernsehen, spazieren gehen und ein Spiel spielen, bei dem es darum geht, wer die meisten Hunde auf der Straße entdeckt, Oli fragen, welche Farbe sein LEGO-Turm haben soll – blau oder rot – und ihn selbst entscheiden lassen. Glaubt mir, diese Momente sind magisch und erfüllen mich mit Stolz, aber ich weiß, dass der Verlust ihres Bruders, dessen Geburt sie miterlebt haben und der Teil dieser Familie geworden ist, für sie zutiefst schmerzhaft war. Oliver hat den Kindergarten verpasst und konnte keine Freunde in seinem Alter haben. Heute sind seine besten Freunde seine Krankenpfleger. Sie sind großartig und lieben Oliver sehr, aber sie können ihm nicht die Erfahrung bieten, mit anderen kleinen Kindern wie ihm zu lernen und Zeit zu verbringen. Wohlgemerkt, positives Denken lässt mich glauben, dass die Arbeit, die wir täglich leisten, Oliver unzählige Erfahrungen ermöglichen wird, dass ihm keine Grenzen gesetzt sind. Doch als Mutter schmerzt es, zu wissen, was hätte sein können. Wir haben verloren, was wir einst waren. Und wir haben verpasst, was hätte sein können. Wir verloren auch die Fähigkeit, Entscheidungen zu treffen, die nicht von Geld abhingen. Vor dem Unfall arbeitete Stefan, und ich kümmerte mich zu Hause um die Kinder. Wir lebten von einem einzigen Einkommen, aber komfortabel und ohne größere Einschränkungen. Wir konnten einkaufen gehen, wann immer wir mussten, Wochenenden in Freizeitparks verbringen und meine Familie in Mexiko besuchen. Uns fehlte es nie an etwas, obwohl wir auch nicht viel übrig hatten. Es kam der Moment, in dem das Leben unseres Sohnes davon abhing, ob wir uns seine Behandlung und die Operationen leisten konnten. Der Verlust unserer finanziellen Unabhängigkeit war unglaublich schwer: keine Arbeit, keine Ersparnisse. Und da verloren wir auch noch etwas anderes: die Scham, um Hilfe zu bitten. Ich glaube, das würden alle Eltern für ihre Kinder tun: alles versuchen, um ihnen zu helfen. Wenn das bedeutete, unsere Geschichte öffentlich zu machen und um Hilfe zu bitten, dann war das eben so. Und wir wurden gehört. Und wir erhielten Unterstützung. Und wir erhalten weiterhin Unterstützung. Vielleicht klingt es egoistisch. Vielleicht scheine ich zu viel zu verlangen. Mein Sohn hat etwas überlebt, was fast niemand überlebt. Das Wunder ist bereits geschehen. Warum sollte man sich auf die vergangene Vergangenheit oder die ungewisse Zukunft konzentrieren, wenn man die Gegenwart hat? Gardasee, Italien, 2024. Disneyland, Kalifornien. 2024 Paris, Frankreich, 2025. Denn über Verlust zu sprechen ist ein Luxus. Wenn wir etwas verlieren, dann nur, weil wir es einmal besessen haben. Wir vermissen nicht, was uns nie gehörte. Ich vermisse mein Haus, weil ich es hatte. Heute habe ich ein anderes: anders, nicht besser oder schlechter, einfach anders. Und es braucht Zeit, bis alles seinen Platz in unserem Bewusstsein findet. Ich habe die Chance verpasst, die Mutter zu sein, die ich sein wollte. Oder die, die ich zu sein versuchte. Die Mutter, die mit ihren drei Kindern Plätzchen gebacken hat, obwohl wir drei Stunden zum Kneten des Teigs brauchten, weitere drei zum Formen, noch einmal drei zum Dekorieren und dann stundenlang die Küche putzen mussten. Diese lebensfrohe Mutter, die meine Kinder immer zum Spielen suchten. Heute sagen sie zu mir: „Mama, du bist immer müde oder beschäftigt.“ Und es tut weh. Dieser Verlust meiner selbst schmerzt. Ich wünschte, ich könnte mich in Stücke reißen und jedem Kind gleichermaßen meine ganze Aufmerksamkeit schenken, aber die Realität ist, dass in diesem Haus ein Kind etwas mehr braucht als die anderen. Und obwohl unsere Bemühungen als Eltern und unser großes Unterstützungsnetzwerk uns auf diesem Weg unentbehrlich waren, reichen wir am Ende nicht aus. Wir müssen über die Verluste sprechen. Wir müssen um sie trauern. Leben trotz Trauer. Vielen Dank, dass Sie sie hatten. Vertraue darauf, dass das, was kommt, sogar noch besser sein kann als das, was war. Und vor allem, um zu betrachten, was nach dem Verlust übrig bleibt. Mein Mann bleibt zurück und kämpft gegen alle Widerstände an, um der beste Vater zu sein, während er innerlich zerbrochen ist. Meine Zwillinge bleiben zurück; obwohl sie körperlich unversehrt sind, vermissen sie die Veränderungen, die sie erzwungen bekamen, und leiden darunter. Mein Oliver bleibt mit einer schweren Behinderung zurück, die vielleicht zu den schwierigsten gehört, da er dadurch zu 100 % auf fremde Hilfe angewiesen ist. Meine Eltern, meine Familie, meine alten Freunde und meine neuen Freunde bleiben. Es gibt nach wie vor eine lokale und globale Gemeinschaft, die uns aufnimmt und uns daran erinnert, dass wir nicht allein sind. Hoffnung und Liebe bleiben: eine Liebe, die größer ist als der Schmerz, und eine Hoffnung, die größer ist als der Pessimismus der Situation. Ich vertraue meinem Sohn. Ich trug ihn in meinem Bauch, und von Anfang an war sein Weg nicht leicht. Die ersten drei Monate verbrachte ich im Bett, völlig ruhig, da eine Fehlgeburt drohte; seitdem ist Oliver ein Kämpfer. Nach seiner Geburt und dem Eintritt in unsere Familie musste er seinen Platz zwischen seinen Zwillingsbrüdern finden, die bereits eine starke Bindung zueinander hatten. Er suchte seinen Platz. Und er fand ihn. Er wurde der Ruhepol in unseren Stürmen, das perfekte Gleichgewicht. Wenn Julian und Sebastian sich um die Fernbedienung stritten, rannte Oliver hin, riss sie demjenigen aus der Hand und warf sie die Treppe hinunter. Er wollte Konflikte vermeiden. Wenn sie sich darüber streiten würden, wer die letzte Kirsche auf dem Kuchen essen darf, würde Oliver sie essen... und der Konflikt wäre beendet. Das war Oliver. Das bleibt auch weiterhin so. Auf ihre eigene Weise findet sie weiterhin ihren Platz für uns alle und sucht ihren eigenen Platz in dieser neuen Realität. Aber Verluste schmerzen. Und sie litten, weil etwas verloren ging, das sie einst besessen hatten.
- So geht es 2026 mit Oliver und den Stammzellen weiter
Article in English 🇬🇧 here - Artículo en español 🇪🇸 aquí Hoffnung, Verzweiflung und die Entscheidung, nicht stehen zu bleiben Jeder kennt Olivers Geschichte Jeder kennt mittlerweile die Geschichte von Oliver. Nach dem Autounfall durfte er nach fünf Wochen, nach 39 Tagen, das Krankenhaus in Mexiko verlassen. Auf dem Papier klang das wie ein Schritt nach vorne. In Wirklichkeit war es der Beginn einer neuen Realität. Wir kamen nicht nach Hause. Wir kamen in einen umgebauten Raum bei meinen Schwiegereltern in Mexiko. Ein Raum, der plötzlich alles gleichzeitig sein musste: Schlafzimmer, Pflegezimmer, Intensivstation. Wir haben Oliver selbst gepflegt. Rund um die Uhr. Wir waren immer da. Immer. Schon nach einer Woche wussten wir: Das ist kein Leben. Nicht für ihn. Nicht für uns. Wenn Hoffnung verschwindet Wir konnten uns nicht vorstellen, dass Oliver nur noch im Bett liegt. Sein ganzes Leben. Dass das alles gewesen sein soll. Und genau hier beginnt etwas, das man nur versteht, wenn man es selbst erlebt hat. Du verzweifelst. Du schreist. Ich habe geschrien. Laura hat geschrien. Wir haben gegen Wände geschlagen. Wir haben geweint. Nicht leise. Nicht kontrolliert. Sondern so, dass man keine Luft mehr bekommt. Die Tränen liefen wie Wasserfälle. Wir mussten getröstet werden. Und wir konnten nicht getröstet werden. Es gab keine Worte, die geholfen hätten. Keine Umarmung, die gereicht hätte. Wir wissen nun, wie es sich anfühlt, Eltern ohne Hoffnung zu sein. Die Suche nach jedem Strohhalm Und dann passiert etwas, das vermutlich alle Eltern in so einer Situation erleben. Du beginnst zu suchen. Nicht strukturiert. Nicht rational. Sondern verzweifelt. Du suchst nach Dingen, von denen du vorher nicht einmal wusstest, dass es sie geben könnte. Nach Geschichten. Nach Erfahrungen. Nach allem, was vielleicht einen anderen Ausgang erlaubt. So sind wir auf die Stammzellentherapie gestoßen. Nicht, weil wir plötzlich an Wunder geglaubt haben. Sondern weil wir an Möglichkeiten geglaubt haben. Und weil wir gesehen haben, dass Oliver kämpft. Dass sein Körper Dinge zeigt, die laut Lehrbuch nicht hätten passieren sollen. Warum Therapie allein uns nicht reicht Therapie ist wichtig. Sehr wichtig. Sie hält. Sie stabilisiert. Sie trainiert. Sie hilft, das Beste aus dem herauszuholen, was da ist. Aber Therapie gibt nichts zurück, was verloren gegangen ist. Sie baut keine neuen Nervenverbindungen. Sie repariert kein Rückenmark. Und wenn man einmal erlebt hat, wie es ist, seinem Kind dabei zuzusehen, wie es sich plötzlich nicht mehr bewegen kann und zum Atmen eine Maschine braucht, dann reicht „stabil halten“ irgendwann nicht mehr aus. Die Geschichte von Chris Barr und warum sie uns Hoffnung gibt In dieser Suche sind wir auf die Geschichte von Chris Barr gestoßen. Ein erwachsener Mann und ein Surfunfall. Er lag reglos im Wasser. War tot. Musste wiederbelebt werden. Acht gebrochene Halswirbel. Querschnittsgelähmt. Auch ihm wurde gesagt, dass nichts mehr möglich sei. Er sagte sogar zu seiner Frau "Zieh den Stecker". Chris Barr entschied sich trotzdem für einen Weg, den viele für unrealistisch hielten. Eine Stammzellentherapie, begleitet von Dr. Mohamad Bydon. Keine Garantie. Kein Versprechen. Aber Forschung. Erfahrung. Und Zeit. Heute kann Chris wieder stehen und gehen. Nicht perfekt. Nicht ohne Einschränkungen. Aber mit Fähigkeiten, die ihm vorher niemand mehr zugetraut hätte. Dieses Video zeigt einen Teil seiner Geschichte und hat uns tief bewegt: Chris ist kein Wunder. Aber er ist ein Beweis dafür, dass sich Dinge verändern können. Und genau das hat bei uns etwas ausgelöst. Kinder sind keine kleinen Erwachsenen Natürlich ist nicht jede Geschichte gleich. Ein Erwachsener ist kein Kind. Aber genau hier liegt ein entscheidender Unterschied. Kinder erleben Fortschritt anders als Erwachsener. Ein Erwachsener denkt oft: Ich konnte das einmal. Jetzt kann ich es nicht mehr. Ein Kind denkt anders. Ein Kind denkt: Schau mal, jetzt kann ich ein bisschen mehr. Kinder haben eine enorme Neuroplastizität. Ihr Nervensystem ist lernfähig, anpassungsfähig, offen für neue Wege. Und unsere Aufgabe als Eltern ist es, genau diesen Blick zu bewahren und zu stärken. Nicht den Fokus auf das, was fehlt. Sondern auf das, was zurückkommt. Warum wir uns für Stammzellen entscheiden Bevor wir erklären, warum wir nach Chicago gehen und warum wir diesen Weg wählen, ist uns eines wichtig: zu erklären, was Stammzellentherapie eigentlich bedeutet und warum sie für Oliver Sinn macht. Stammzellen sind besondere Zellen, weil sie sich noch nicht auf eine feste Aufgabe festgelegt haben. Während die meisten Zellen im Körper klar definiert sind, sind Stammzellen flexibel. Sie können sich teilen, Botenstoffe aussenden und Prozesse anstoßen, die Heilung und Reparatur unterstützen. In der Stammzellentherapie geht es nicht darum, zerstörte Nervenzellen einfach zu ersetzen. Es geht darum, das Umfeld im verletzten Rückenmark so zu verändern, dass Heilung überhaupt wieder möglich wird. In der Forschung von Dr. Mohamad Bydon werden sogenannte mesenchymale Stammzellen eingesetzt. Die Verabreichung erfolgt intrathekal, also in den Bereich des Nervenwassers rund um Rückenmark und Gehirn. Dort wirken die Stammzellen nicht wie ein Medikament mit sofortigem Effekt, sondern eher wie ein biologischer Impuls. Sie reduzieren Entzündungen, verbessern das Umfeld im Nervensystem und können Prozesse unterstützen, bei denen sich Nervenbahnen neu organisieren oder bestehende Verbindungen gestärkt werden. Man kann sagen, sie geben dem Körper die Möglichkeit, wieder selbst aktiv zu werden. Wichtig ist uns, das klar zu sagen: Stammzellentherapie ist kein Wunder und keine Garantie. Sie ist Forschung. In den bisherigen Studien stand zunächst die Sicherheit im Vordergrund. Die bisherigen Daten zeigen, dass die Therapie gut verträglich ist und keine schwerwiegenden Nebenwirkungen beobachtet wurden. Das negativste Ergebnis ist häufig, dass sich keine messbare Veränderung zeigt. Eine Verschlechterung durch die Therapie selbst wurde nicht beobachtet. Gerade bei Kindern ist dieser Ansatz besonders interessant. Kinder besitzen eine enorme Neuroplastizität. Ihr Nervensystem ist deutlich anpassungsfähiger und lernfähiger als das von Erwachsenen. Während Erwachsene oft auf das schauen, was sie verloren haben, erleben Kinder Fortschritte als etwas, das hinzukommt. Ein kleiner Daumen, der sich bewegt. Ein Ball, der mit Hilfe gegriffen werden kann. Kleine Schritte, die für ein Kind riesige Erfolge sind. Stammzellentherapie ersetzt dabei keine Physiotherapie oder Ergotherapie. Sie ergänzt sie. Sie setzt dort an, wo reines Training allein an seine Grenzen stößt. Deshalb gehen wir diesen Weg. Nicht, weil wir sicher sind. Nicht, weil es eine Garantie gibt. Sondern weil es eine reale Möglichkeit gibt. Eine Chance, dem Körper Bedingungen zu geben, unter denen Heilung möglich wird. Eine Chance, mehr zurückzugewinnen als nur Stabilität. Wir wissen, wie es sich anfühlt, Eltern ohne Hoffnung zu sein. Und genau deshalb wollen wir nicht später sagen, wir hätten diese Möglichkeit nicht einmal geprüft. Der Blick nach vorne Im kommenden Jahr werden wir zweimal nach Chicago reisen. Einmal im April oder Anfang Mai. Und ein zweites Mal im Herbst. Dort wird Oliver Teil eines spezialisierten Programms zur Stammzellentherapie sein. Das ist kein einfacher Weg. Aber es ist ein Weg mit Hoffnung. Und genau deshalb gehen wir ihn. Deshalb gehen wir nach Chicago. Deshalb gehen wir wieder zu Dr. Bydon. Und deshalb sind wir dankbar, dass wir ihn auf diesem Weg gefunden haben. Für uns ist es eine große Ehre, dass sich Olivers Geschichte an diesem Punkt weiterentwickeln darf. Mit einem Arzt, der nicht nur Erfahrung hat, sondern auch den Mut, neue Wege zu gehen. Wir gehen diesen Weg nicht leichtfertig. Wir gehen ihn, weil wir wissen, was Hoffnung bedeutet. Wenn du weißt, es gibt keine Hoffnung mehr, dann verlierst du irgendwann auch die Kraft. Hoffnung ist das, wovon wir leben. Sie ist das, was dich morgens aufstehen lässt. Was dich weitermachen lässt, wenn alles in dir schreit, dass es nicht mehr geht. Und wir wollen diese Hoffnung weitergeben. Vielleicht wird Oliver eines Tages nicht nur für sich selbst Fortschritte machen. Vielleicht wird seine Geschichte auch anderen Eltern Mut geben. Eltern, die heute nachts wach liegen, verzweifelt im Internet suchen und sich fragen, ob es da draußen noch eine Möglichkeit gibt. Ob es noch einen Weg gibt, der nicht nur Stillstand bedeutet. Wenn sie dann über Oliver stolpern und lesen, dass es Möglichkeiten gibt, dass Forschung weitergeht, dass Medizin sich bewegt, dann hätte all das einen Sinn, der über uns hinausgeht. Oliver ist das erste Kind weltweit, das diese Stammzellentherapie erhalten wird. Und ja, darauf sind wir stolz. Aus Dankbarkeit. Stolz darauf, dass er überlebt hat. Stolz darauf, dass er Hilfe bekommt. Stolz darauf, dass er eine Chance erhält und wir damit neue Hoffnung. Schöne Weihnachten an alle. Olivers Reise geht weiter. Danke das ihr uns begleitet.
- Ein Wunder, das wir gemeinsam geschaffen haben – DANKE, DANKE, DANKE
Es gibt Momente im Leben, die man nie vergisst. Momente, die sich einbrennen, die das Herz schwer machen, die einem den Atem nehmen. Vor ein paar Monaten war unsere Welt genau das: ein Ort voller Angst, Zweifel, Verzweiflung. Wir standen vor Bergen, die unüberwindbar schienen. Wir kämpften um Olivers Leben und hatten gleichzeitig das Gefühl, dass wir gegen eine unsichtbare Wand anrennen. Und dann kamt ihr. Und deshalb beginnt jeder Satz in meinem Herzen mit einem einzigen Wort: DANKE. DANKE , dass ihr uns nicht allein gelassen habt. DANKE , dass ihr uns getragen habt, als wir selbst nicht mehr gehen konnten. DANKE , dass ihr gesehen habt, was Oliver verdient: eine Chance. Wir haben gemeinsam etwas geschafft, das vor wenigen Monaten absolut unvorstellbar war. Und jedes Mal, wenn ich darüber schreibe, flüstert mein Herz wieder: DANKE. Ein siebenstelliges Wunder – DANKE, dass ihr das möglich gemacht habt Es fühlt sich immer noch unwirklich an, diesen Satz zu schreiben: Wir haben die Krankenhausrechnung vollständig bezahlt. Eine siebenstellige Summe. Ein Betrag, der größer war als alles, was wir je stemmen konnten. Eine Zahl, die uns jeden Abend den Schlaf geraubt hat. Eine Last, die wie ein Felsen auf unserer Brust lag. Aber ihr habt ihn gemeinsam mit uns bewegt. Ihr habt den Felsen zerschlagen. Durch eure Spenden, eure Aktionen, eure Nachrichten, eure Verkäufe auf Basaren, eure Unterstützung, durch die Toni Kroos Stiftung, durch unsere Familien, unsere Freunde, private Verkäufe von uns und Hilfe wildfremder Menschen… wurde etwas möglich, das wir nicht einmal zu hoffen gewagt haben. Und jedes Mal, wenn ich darüber nachdenke, höre ich nur dieses eine Wort: DANKE. DANKE für ein Leben, das wieder Zukunft hat Oliver lebt, weil ihr geholfen habt. Oliver atmet sicher, weil ihr geholfen habt. Oliver kämpft weiter, weil ihr geholfen habt. Jedes Gerät, das ihn schützt. Jede Therapie, die ihm hilft. Jede Reise, die ihn rettet. Jede Diagnose, die ihn weiterbringt. All das ist ein Echo eures DANKE , das in unser Leben hineingeschrieben wurde. Wir haben Beatmungsgeräte besorgt, Notstromversorgung installiert, ein neues Zuhause aufgebaut, Therapien organisiert, Operationen ermöglicht und uns Schritt für Schritt ein Leben in Mexiko aufgebaut – weil wir keine Wahl hatten. Weil Oliver unsere Welt ist. Und weil ihr uns die Kraft dazu gegeben habt. DANKE dafür. Chicago, 2026 – Die nächste große Hoffnung Nachdem wir die Krankenhausrechnung begleichen konnten, blicken wir nun auf das was kommt. 2026 müssen und dürfen wir zweimal nach Chicago. Zweimal ein medizinischer Flug. Zweimal Intensivvorbereitung. Zweimal stationäre Aufnahme. Zweimal Reha. Zweimal Hoffnung. Oliver nimmt am Experimental Trial teil – einer völlig neuen Therapie, bei der Stammzellen direkt in die Wirbelsäule eingebracht werden. Es ist eine Behandlung, die weltweit als eine der vielversprechendsten medizinischen Entwicklungen unter der Leitung von Dr. Bydon gilt. Und Oliver ist das erste Kind weltweit in seinem Alter , das diese Therapie erhält. Das ist mehr als außergewöhnlich. Es ist eine Ehre , ein Moment von medizinischer Bedeutung, von dem man später einmal sagen könnte: Hier hat alles begonnen. Die Ärzte sagen uns immer wieder, wie historisch dieser Schritt ist. Oliver ist nicht nur ein kleiner Patient. Er ist ein Pionier , ein Wegbereiter für etwas, das das Verständnis von Rückenmarksverletzungen grundlegend verändern könnte. Warum ist das so bedeutend? Weil die Daten, die aus Olivers Behandlung entstehen, eines Tages dazu beitragen können, dass viele andere Kinder und auch Erwachsene eine Chance auf Heilung bekommen. Weil seine Fortschritte zeigen könnten, wie sich das Rückenmark regenerieren kann. Weil seine Reaktionen den Forschenden neue Wege öffnen könnten. Und dann kommt noch etwas, das alles überragt: Sogar die FDA – die Food and Drug Administration – hat diesem Trial zugestimmt und sich begeistert gezeigt. Was ist die FDA? Die FDA ist die wichtigste Gesundheitsbehörde der USA. Sie entscheidet darüber, welche Medikamente, Therapien und medizinischen Verfahren überhaupt am Menschen angewendet werden dürfen. Sie prüft Sicherheit, Wirksamkeit, Risiken und die gesamte wissenschaftliche Grundlage. Ohne ihre Erlaubnis darf in den USA kein neues Behandlungskonzept durchgeführt werden. Und genau hier lag die größte Hürde. Es hätte sein können, dass die FDA sagt: „Dieses Kind ist zu jung. Dieser Fall ist zu komplex. Dieses Verfahren ist zu neu.“ Aber stattdessen geschah etwas Unglaubliches: Die FDA ist begeistert von dieser neuen Möglichkeit. Sie sieht in Oliver eine Chance – für die Forschung, für die Medizin, für viele andere Menschen. Sie hat grünes Licht gegeben. Ein Moment, der uns Gänsehaut bereitet. Denn wie wir inzwischen wissen: Der Fall Oliver ist weltweit einzigartig. Er ist ein medizinisches Wunder. Der Beweis dafür, dass Hoffnung und Wissenschaft sich manchmal genau im richtigen Moment treffen. Dass ein kleiner Junge etwas bewegen kann, wovon die Welt noch lernen wird. Und dieser Jungs ist unser Oliver. Wie Laura im TV in RTL gesagt hat, es ist traurig das die Welt Oliver in diesem Zustand kennenlernt, aber auch das ist der sogenannte "Oliver-Effekt". Ein Funke Hoffnung , der vielleicht zu einem Feuer wird. Für uns. Für andere Familien. Für eine Zukunft, in der schwere Rückenmarksverletzungen nicht mehr das letzte Wort "Nunca" - "Niemals" haben. Und auch hier sagen wir es wieder – und immer wieder: DANKE. Die Kraft der Kombination – Stammzellen + Shirley Ryan AbilityLab Stammzellen allein reichen nicht: Stammzellen entfalten ihre volle Kraft erst dann, wenn sie durch gezielte Rehabilitation „aktiviert“ werden. Muskelreize. Bewegung. Therapie. Atmung. Neurologische Stimulation. Das Shirley Ryan AbilityLab ( https://www.sralab.org ) in Chicago gehört zu den besten neurologischen Kliniken der Welt. Dort entstehen neue neuronale Verbindungen. Dort lernen Kinder Bewegungen neu. Dort werden Wege aufgebaut, die eigentlich nicht mehr existieren. Die Ärzte um Dr. Bydon sagen uns immer wieder: Je intensiver die Therapie nach den Stammzellen, desto größer die Chance, dass Olivers Körper neue Wege findet. Das ist der Grund, warum Oliver diese Kombination braucht. Und warum wir weiter sammeln müssen. Und warum wir wieder DANKE sagen müssen. Weil wir ohne eure Hilfe keinen einzigen dieser Wege gehen könnten. Ein Weg voller Liebe – und voller DANKE Ihr habt uns durch die dunkelsten Nächte getragen. Ihr habt uns Hoffnung geschenkt, als wir sie selbst verloren hatten. Ihr habt Oliver eine Zukunft gegeben. Und deshalb soll dieser Blogartikel eines sagen: DANKE – für alles. Für jeden Schritt. Für jeden Euro. Für jede Nachricht. Für jeden Gedanken. Für jedes Gebet. Für jedes Stück Hoffnung. Ihr seid Teil unserer Geschichte. Teil unserer Familie. Teil von Olivers Kampf. Teil seiner Zukunft. Wir hätten das nie alleine geschafft. Aber wir mussten es auch nicht. Weil ihr da wart. Weil ihr da seid. Weil ihr da bleibt. DANKE. Einfach nur DANKE. Wir gehen weiter – gemeinsam Wir nehmen euch mit. Nach vorne. Nach Chicago. Durch jeden Fortschritt. Durch jedes Hindernis. Durch jede Hoffnung. Und bei all dem, was gerade passiert, ist uns eines wichtig: Wir bleiben uns treu. Seit Monaten bekommen wir Nachrichten, Angebote, Anfragen. Menschen, Firmen, Agenturen schreiben uns, weil wir viele Follower haben. Sie wollen, dass wir Werbung machen, Produkte zeigen, Kooperationen eingehen, unser Schicksal „monetarisieren“. Doch ganz ehrlich: Wir lehnen das strikt ab. Wir haben unser Leben nicht geöffnet, um Reichweite zu verkaufen. Wir erzählen Olivers Geschichte nicht, um etwas zu vermarkten. Wir stehen nicht morgens auf und gehen nicht abends schlafen, um an „Content“ zu denken. Wir tun das alles, weil es um Oliver geht. Um sein Leben. Um seine Chance. An dem Tag, an dem wir anfangen würden, Werbung zu machen, an dem Tag, an dem wir uns „verkaufen“, an dem Tag würden wir alles verlieren , was diese Gemeinschaft aufgebaut hat. Und wir wissen: Oliver würde das nicht wollen. Er ist unser Herz, unser Kompass, unser Filter für jede Entscheidung. Und Oliver steht für Liebe, Authentizität, Hoffnung – nicht für kommerzielle Interessen. Wir machen das, was wir tun, für ihn und für all die Menschen, die durch ihn Hoffnung finden. Nicht für irgendwelche Klicks oder Deals. Wir bleiben bei dem, was uns stark gemacht hat: Ehrlichkeit, Echtheit und Dankbarkeit. DANKE, dass ihr diesen Weg mit uns geht. Laura & Stefan mit Julian, Sebastian und unserem kleinen Kämpfer Oliver 💙
- Unsere Woche mit einem TV Team. Warum wir unser Zuhause und Leben geöffnet haben.
Vor zwei Wochen hatten wir eine ganz besondere und intensive Woche. Ein Kamerateam aus Deutschland war bei uns. Ein Reporter (Emilio) kam direkt aus Deutschland, ein weiterer (Lukas) aus New York und der Kameramann (Sergio) ebenfalls aus New York. Eine ganze Woche lang haben sie uns begleitet. Eine Woche lang haben wir unser Leben geöffnet. Eine Woche lang haben wir gezeigt, wie unser Alltag mit Oliver wirklich aussieht. Wir haben lange darüber nachgedacht, ob wir diesen Schritt gehen sollen. Es gab von Anfang an eine klare Abmachung. Wenn etwas mit Oliver ist, wenn es einen Moment gibt, der nicht passt oder zu sensibel ist, dann wird die Kamera sofort ausgeschaltet. Zum Glück mussten wir das nie einfordern. Trotzdem war diese Vereinbarung für uns die Basis, um uns darauf einzulassen. Wie alles begann Mit dem Reporter Emilio Nigrelli von RTL stand ich schon seit Monaten im Austausch. Das erste Telefonat mit ihm im April werde ich nie vergessen. Es war genau in der Zeit, als niemand wusste, ob Oliver überlebt. Uns wurde damals gesagt, dass er es nicht schaffen wird. Ich sprach eine Stunde mit Emilio, ein sehr warmes und vertrauensvolles Gespräch. Kurz danach bekamen wir einen Anruf von der Intensivstation. Oliver war wach. Dieser Moment verbindet uns bis heute mit Emilio. So begann unsere Geschichte mit RTL. Natürlich war nicht jeder Artikel perfekt oder so, wie wir es im Kopf hatten. Manchmal haben Zeichen und begrenzte Sätze einfach nicht ausgereicht, um die ganze Dimension unserer Geschichte zu erzählen. Aber wir durften immer intervenieren. Es wurde angepasst, verändert, verbessert. Und genau das war uns wichtig. Es ging nie um Sensation, sondern um echte Berichterstattung. Warum wir dreimal Nein gesagt haben Als klar wurde, dass wir nach Chicago müssen oder als die Unterstützung durch die Toni Kroos Stiftung öffentlich wurde, da kam schnell die Frage, ob RTL uns begleiten darf. Man wollte bei meinem Schwiegervater filmen, man wollte mit uns nach Chicago reisen, man wollte im Krankenhaus drehen. Alles gut gemeint. Aber wir konnten es nicht zulassen. Wir konnten uns nicht vorstellen, wie wir Oliver in den OP schieben und uns dann eine Kamera ins Gesicht hält, um festzuhalten, wie wir uns fühlen. Es hätte sich falsch angefühlt. Es hätte Oliver nicht gut getan. Und es hätte uns emotional zerstört. Dann kam der Vorschlag, uns in Chicago erneut zu besuchen oder mit uns gemeinsam zurück nach Mexiko zu fliegen. Auch das haben wir abgelehnt. Unser Leben war viel zu instabil, zu neu, zu fragil. Wir wussten nicht mal, wie unser Zuhause in Mexiko aussehen würde. Es wurde ja für uns vorbereitet, wir haben es das erste Mal betreten, als wir ankamen. Wir lebten aus Kartons, ohne Deko, ohne Struktur. Das hätte sich nicht richtig angefühlt. Also sagten wir wieder Nein. Insgesamt sagten wir also dreimal Nein zu einem Kamerateam. Stattdessen haben wir nur online Interviews gegeben, und auch das vor allem, weil die Universität Chicago so viel Interesse hatte an Olivers Entwicklung geweckt hat. Auch die Klinik wollte zeigen, welches medizinische Wunder hier passiert. Warum wir jetzt Ja gesagt haben In den letzten Wochen kam oft die Frage, warum wir in Mexiko bleiben und nicht nach Deutschland zurückkehren. Viele verstehen das nicht. Und das ist nachvollziehbar. Wenn man nur Bilder sieht, kleine Texte liest und oft nur Olivers Lachen sieht, dann sieht man eben nicht die ganze Wahrheit. Wie die Pflege hier aussieht, die Betreuung, wie wir uns eingerichtet haben. Dass Oliver auch schwierige Tage hat, dass ein zweijähriges Kind enorme Stimmungsschwankungen haben kann. Dass wir uns jeden Tag neu organisieren müssen. Dass wir Fehler vermeiden müssen, weil Fehler für Oliver gefährlich sind. All das wollen wir zeigen. Nun haben wir uns eingelebt. Wir haben die kritischen Phasen überstanden. Wir haben Abläufe optimiert. Wir haben einen Alltag gefunden, der funktioniert. Vielleicht nicht perfekt, aber er funktioniert für uns. Und dann haben wir entschieden, dass wir bereit sind. Bereit, unsere Türen zu öffnen. Bereit, auch den Teil zu zeigen, den man sonst in Social Media nicht sieht. Wir haben aber klar kommuniziert, dass wir nur RTL hereinlassen, weil wir Vertrauen haben. Vertrauen in eine Person. Vertrauen in Emilio. Und dann ging alles sehr schnell. Eineinhalb Wochen später standen sie schon vor unserer Tür. Die Woche mit dem Kamerateam Für uns war alles neu, eine grosse Kamera immer neben uns. Natürlich wurde viel gefragt. Warum macht ihr das. Weshalb macht ihr jenen Handgriff. Könnt ihr das nochmal erklären. Einige Dinge konnten wir nicht erklären, während sie passierten. Wenn Oliver abgesaugt werden muss, dann muss man sich konzentrieren. Dann geht Sicherheit vor. Dann erklärt man erst im Nachhinein. An meinem Geburtstag gab es einen Moment, der für uns untypisch war. Es sollte eine Szene entstehen, an einem Geburtstagstisch, mit Kuchen und den Kindern. Doch Oliver war zu diesem Zeitpunkt nicht am Tisch, sondern im Wohnzimmer. Und sofort war uns klar, dass das nicht authentisch wäre. Seit dem Unfall essen wir nie mehr alle zusammen am Tisch. Wir leben als Familie unter einem Dach, aber in Schichten. Einer ist immer bei Oliver, einer bei den Zwillingen. Wir wollten nicht so tun, als wäre es anders, wir bei den Zwillingen, Oliver alleine nur mit Krankenpflegern. Wir wollten nicht spielen, wir konnten es auch nicht - das Gefühl war falsch. Wir können nur unser echtes Leben zeigen. Nicht mehr und nicht weniger. Wir haben das dann angesprochen, es wurde akzeptiert und das haben wir wertgeschätzt. Im Interview haben wir jede Frage beantwortet. Wir haben nichts ausgelassen. Kein Tabu, kein Blatt vor dem Mund. Wenn man so viel geteilt hat wie wir, dann muss man nicht mehr verstecken. Wir wissen nicht, wie der Bericht am Ende aussieht. Aber wir wissen, dass wir WIR waren und das gezeigt haben. So wie unser Leben eben (leider) ist. Ein Ende, das wir nicht geplant hatten Am letzten Tag, an Lauras Geburtstag, kamen Freunde vorbei. Sie brachten Kuchen. Die Kameras waren schon eingepackt, der Dreh abgeschlossen. Es war eigentlich vorbei. Aber natürlich haben wir gesagt, dass das Team bleiben soll und mit uns anstoßen. Nuestra casa es su casa, wir haben unser Leben geöffnet und für uns war es nur richtig das wir die letzten Stunden zusammen verbringen. Es gab dann sogar eine kleine Geburtstagsfeier, ungeplant. Total spontan. Total echt. Oliver war glücklich. Wir haben Konfetti gezündet, dass war eigentlich erst für Sonntag mit der Familie geplant, aber es hat gepasst in den Moment. Der Kameramann hat am Ende doch noch einmal die Kamera hervorgeholt, einfach weil der Moment so besonders war. Und das war unsere Woche. Echt. Spontan. Nicht inszeniert. Genau so, wie wir leben. Wir sind am Ende als Freunde auseinandergegangen. Und das sagt wahrscheinlich alles. Warum wir es tun Wir tun das nicht, um gesehen zu werden. Wir tun das nicht, um uns darzustellen - ganz im Gegenteil, ich mag es ganz und gar nicht mich zu sehen, den schwäbischen Akzent den ich einfach nicht verstecken kann, aber wir tun es, weil wir Hoffnung geben wollen. Die Welt ist voll von schlechten Nachrichten. Kriege, Verbrechen, Preissteigerungen, Unsicherheit, Rente, Angst. Wenn dann so eine Geschichte wie die von Oliver Menschen etwas gibt, das ihnen im Alltag fehlt, wenn es ihnen gut tut, wenn es sie berührt, dann möchten wir das zurückgeben. Wir haben so viel Unterstützung erfahren, so viel Empathie, so viel Liebe. Wenn wir ein kleines Stück davon zurückgeben können, dann machen wir das. Und wir tun es, weil Oliver noch hier ist. Weil er sich verbessert. Weil wir ein Wunder erleben. Wenn es anders wäre, wenn er nicht mehr hier wäre, würden wir unser Leben so nicht teilen. Aber jetzt dürfen wir Hoffnung teilen. Und es fühlt sich richtig an. Wir können in den Spiegel schauen Wir wissen nicht, wie die Doku am Ende aussieht. Wir wissen nicht, welche Szenen gewählt werden. Wir wissen nur, was wir gezeigt haben. Und wir wissen, dass wir zu allem stehen können. Das ist unser Leben. Das ist unser Blog. Das ist unsere Reise mit Oliver, den Zwillingen und uns als Eltern, wir kämpfen jeden Tag und trotzdem sind wir jeden Tag dankbar. Wir schauen voraus. Wir freuen uns auf die Doku. Und ja, es wird komisch sein, uns selbst im Fernsehen zu sehen. Wir hätten uns unser Leben anders gewünscht. Ruhiger, anonymer, unspektakulär. Für uns war unser früheres Leben nie langweilig. Wir haben erst heute Bilder und Videos von unserem Leben vor dem Unfall angeschaut. Oliver war glücklich sich rennen zu sehen, mit Julian und Basti zu Boxen, einfach Kind sein. Wir haben Hoffnung. Und wir glauben an das, was kommt. Und wir wissen, dass Olivers Geschichte nicht endet. Das hier war nur ein Einblick. Da kommt noch mehr. Ach ja, Dienstag 18.11. 22:30 Uhr RTL Extra . Die erste grosse Dokumentation über Oliver. Zudem war RTL in Chicago bei Dr. Bydon, haben in Mexiko Dr. Alfredo getroffen, waren in Deutschland in unserem verkauften Haus in Königsbronn, meine Eltern und unserer Maklerin und Freundin, Lauras Eltern, Olivers Lebensretter und neue Information und Geschehnisse, die wir noch nie geteilt haben - und von denen wir bis vor kurzem gar nichts wussten. Das Oliver lebt und ist mit uns - das ist das Wunder!
- Ein besonderes Kind haben
Was macht ein Kind „besonders“? Sind nicht alle Kinder für ihre Mütter etwas Besonderes? Vor dem Unfall war ich bereits stolz darauf, besondere Kinder zu haben. Die Zwillinge sind besonders, weil sie so unterschiedlich und doch so ähnlich sind. Sie sind Gegensätze, die sich gegenseitig ergänzen. Ihre Verbundenheit, ihre Art, uns das Leben wieder mit den Augen eines Kindes sehen zu lassen – das macht sie besonders. Und Oliver war besonders, weil er der Mittelpunkt, das „Gleichgewicht“ unserer Familie war. Seit dem Tag seiner Geburt hatte er etwas an sich, das ihn hervorhob: sein Lächeln, sein Blick, seine Güte – einfach alles. Vor einigen Monaten sind wir in ein „normales Leben“ zurückgekehrt. Wir haben wieder eine Routine, einen alltäglichen Rhythmus. Wir leben nicht mehr im Ausnahmezustand, überlebend aus einem Koffer und ständig in Alarmbereitschaft. Jetzt haben wir ein Zuhause – ein neues und anderes, aber ein Zuhause. Die Kinder gehen zur Schule, wir essen ungefähr zu festen Zeiten, ich gehe einkaufen. Es scheint, als läge die Phase des Notfalls hinter uns, und an ihre Stelle ist das Chaos des Alltags getreten. Doch mit dieser neuen Normalität kamen Gedanken und Beobachtungen, für die zuvor kein Platz gewesen war. Ich hatte nie darüber nachgedacht, wie es wäre, ein Kind mit einer Behinderung zu haben. Meine drei Kinder wurden gesund geboren – und ich sage das nicht als Vergleich oder Urteil, sondern einfach als Tatsache. Ich hatte mir nie vorgestellt, was es bedeutet, ein Kind zu haben, das anders lebt, das von anderen anders wahrgenommen wird. Heute ist das unsere Realität. Und ich wünschte, mehr Menschen wären sich bewusst, was das wirklich bedeutet. Ich spreche nicht von Mitleid oder verlegenen Blicken – ich spreche von Bewusstsein, von Empathie. Wie spricht man mit Oliver? Wie spricht man mit uns? An ihm ist nichts „falsch“. Er ist intelligent, neugierig, aufmerksam – ein zweijähriger Junge mit Gedanken, Gefühlen und Träumen. Kann er nicht sprechen? Noch nicht. Aber ich kenne Kinder ohne jegliche Verletzung, die mit drei Jahren auch noch nicht sprechen. Kann er nicht laufen? Im Moment nicht. Wir wissen nicht, ob er es jemals wieder können wird – aber natürlich versuchen wir es mit all unserer Kraft! Mein Sohn ist nicht mehr nur in meinen Augen besonders – jetzt ist er es auch in den Augen der Welt. Oliver ist ein Kind im Rollstuhl, abhängig von einem Beatmungsgerät, umgeben von Kabeln und Maschinen. Er spricht leise, kann sich nicht bewegen, und auf den ersten Blick scheint es, als fehle etwas – als wäre etwas Schreckliches passiert. Aber das ist nur der erste Eindruck. Wenn man genauer hinschaut, erkennt man schnell: Oliver ist glücklicher als viele von uns. Sein Geist ist weiser und klarer, als man es von einem Kind erwarten würde, und seine Seele ist frei. Ich gebe es zu – es ist kein leichtes Bild. Ich habe mich daran gewöhnt, gelernt, über das Offensichtliche hinauszusehen. Aber die Menschen nicht. Sie starren, sie flüstern, manchmal lächeln sie mitleidig, manchmal verlegen. Und erst jetzt beginne ich, all das wirklich wahrzunehmen – jetzt, da wir wieder ausgehen, unter Menschen sind und ihn wieder in die Gesellschaft einbeziehen. Auch für unsere Familie und Freunde war es nicht einfach. Aber sie waren näher dran, sie haben die Veränderung mit uns miterlebt. Die Liebe, die sie für Oliver und für uns alle empfinden, mildert viele dieser Blicke. Die Welt beginnt, seine Geschichte zu kennen, und die Zuneigung, die er erhält, ist einer der Gründe, warum wir weitermachen, warum wir weiterkämpfen. Aber das ändert nichts an der Tatsache, dass ihn viele immer noch anders sehen. Kinder fragen laut: „Was ist mit ihm passiert?“, „Warum hat er so viele Maschinen?“, „Warum kann er nicht laufen?“ – und das ist in Ordnung. Kinder sind neugierig. Aber die Erwachsenen? Sollten nicht wir diejenigen sein, die lernen, über das Offensichtliche hinauszusehen? Ist Inklusion und Gleichberechtigung nicht eines der großen Themen unserer Zeit? Überall sehen wir Kampagnen – für die Rechte der Frauen, für Vielfalt, gegen soziale Ungleichheit. Warum fällt es uns also immer noch so schwer, über das Äußere hinauszusehen? Ich bin mir sicher: Von Oliver kann man in einer halben Stunde mehr lernen als in einem ganzen Jahr Theorie. Oliver ist Leben, er ist Licht. Er ist der lebende Beweis dafür, dass Grenzen nur in unseren Köpfen existieren. Für ihn gibt es sie nicht. Manchmal frage ich mich, wie ich handeln würde, wenn ich an seiner Stelle wäre – und ehrlich gesagt weiß ich, ich wäre nicht mehr hier. Ich habe nicht seine Stärke. Mein Geist hätte schon längst aufgegeben. Aber Oliver nicht. Sein Alter, sein freier Geist und sein großes Herz lassen ihn Hindernisse nicht als Barrieren sehen, sondern als Herausforderungen. Und Kinder lieben Herausforderungen, oder? Ich weiß nicht, ob Oliver sich an sein Leben „vorher“ erinnert. Er liebt es, Fotos und Videos von sich anzuschauen. Er lacht und möchte immer mehr sehen. Aber wir wissen nicht, was in seinem Kopf passiert. Vielleicht erinnert er sich, vielleicht empfindet er es wie einen Film. Woher sollte er wissen, dass er früher Dinge getan hat, die er (noch) nicht wieder tun kann? Und wer sagt, dass er sie nicht morgen wieder tun wird? Er hat schon einmal laufen gelernt – warum sollte er es nicht noch einmal schaffen? Als Eltern werden wir keines unserer drei Kinder jemals einschränken. Julian und Sebastian wissen, dass alles möglich ist, wenn man es mit Herz und Willen tut. Und bei Oliver ist es genauso. Vor ihm sprechen wir nicht über Lähmung, über „niemals“ oder über Negativität. Denn wenn uns Oliver eines gelehrt hat, dann, dass nichts festgeschrieben ist. Manche sagen vielleicht, Hoffnung zu haben sei verantwortungslos. Seine Verletzungen seien zu schwer, seine Halswirbel gebrochen. Ja, das sind Tatsachen. Aber ebenso ist es eine Tatsache, dass niemand erklären kann, warum er noch hier ist. Warum also sollten wir ihn begrenzen, wenn er doch bereits alle denkbaren Grenzen überwunden hat? Unser Alltag ist nicht der, von dem wir geträumt haben. Er ist hart, anstrengend, anders. Aber wir sind zu fünft. Und das ist alles, was zählt. Ich möchte mir gar nicht vorstellen, wo wir heute wären, wenn Oliver – in all den Momenten, in denen er hätte gehen können – es wirklich getan hätte. Die Verantwortung ist groß: Drei Kinder zu ernähren ist nicht dasselbe, wie zwei zu ernähren und eines über eine Sonde zu versorgen. Nur Wasser und Strom zu bezahlen ist nicht dasselbe, wie auch für Sauerstoff, Medikamente und medizinisches Material aufzukommen. Nur Schulzeiten zu planen ist nicht dasselbe, wie zusätzlich Krankenschwestern, Therapien und Arzttermine zu koordinieren. Ich habe ein besonderes Kind. Eigentlich habe ich drei besondere Kinder. Jedes auf seine eigene Weise. Jedes mit seinem eigenen Licht. Oliver ist besonders – über seine körperliche Einschränkung hinaus. Man kann seine Pfleger, seine Therapeuten oder jeden seiner Ärzte fragen: Oliver hat eine klare Art zu kommunizieren, selbst mit wenigen Worten (auch wenn er jeden Tag mehr und mehr spricht; kürzlich hat er gelernt, „Leopard“ zu sagen – was für ein schwieriges und zugleich lustiges Wort, oder?). Oliver ist ein edles Kind; er macht sich Sorgen, wenn er sieht, dass jemand sich nicht wohlfühlt, er ist einfühlsam, liebt Tiere, liebt Musik und liebt seine Familie. Oliver ist der „perfekte“ Patient: Er sagt Bescheid, wenn er abgesaugt werden muss, und er lügt nie – auch wenn das manchmal unbequem ist. Oliver ist besonders. So wie Sebastian besonders ist – ein Kind, das, obwohl klein, die Seele eines Riesen, eines Superhelden hat. Er kennt keine Angst, ist mutig und hat einen Ingenieursgeist wie sein Vater: Er liebt es, sich auf Details zu konzentrieren und ist ein Perfektionist. Julian ist besonders, er ist der beste Freund, den man haben kann – treu, liebevoll und voller Charme. Ich bin die Mutter von drei besonderen Kindern. Doch heute kommt diese Definition oder Unterscheidung von außen. Oliver ist „der Besondere“ wegen seiner Behinderung – aber er weiß das nicht. Er glaubt, dass die Menschen ihn ansehen, weil er so hübsch ist – und genau das haben wir ihm glauben lassen. Und so soll es bleiben. Und ehrlich gesagt – es stimmt doch, oder? Seine Brüder sind stolz auf ihn und auf seinen Kampf. Und ich bin stolz – mehr, als Worte je ausdrücken könnten – auf alle drei.
- Wie kann man sein Kind so vermarkten – euch geht’s doch nur ums Geld.
Es gibt Tage, da sind es nicht die großen Schicksalsschläge, die weh tun. Es sind die Kommentare. Die Sätze von Menschen, die uns gar nicht kennen. „Das ist doch kein Leben.“ „Das Beste wäre, wenn er stirbt.“ „Wie kann man sein Kind so vermarkten – euch geht’s doch nur ums Geld.“ Ich bin ehrlich – vielleicht hätte ich früher genauso geredet. Ein Spruch am Stammtisch, ein Bier in der Hand, man lenkt vom eigenen Leben ab, redet über andere, weil man glaubt, man wüsste alles besser. Aber ich sag’s euch – Kinder zu haben verändert alles. Es macht dich menschlicher, verletzlicher. Es zeigt dir, was Liebe wirklich ist. Am Tag, als die Zwillinge geboren wurden, hab ich zum ersten Mal die richtige Verantwortung im Leben gespürt. Nicht die eines Projekts im Job. Diese Angst, dass nichts passieren darf. Dieses Gefühl, dass jetzt alles zählt. Und dann kam der Unfall. Seitdem kämpfen Laura und ich jeden Tag – um Olivers Leben, um das Lächeln unserer Zwillinge, um unsere Ehe, um uns selbst. Ich will ehrlich sein – ich bin oft am Ende. Ich hatte drei Nervenzusammenbrüche. Ich hab geschrien, geweint, getreten. Ich hab gebetet. Ich hab die Wände angeschrien, Gott angeschrien, das Schicksal angeschrien. Ich wollte Oliver einfach nur wieder in den Arm nehmen, so wie früher. Ihn fühlen, wie er atmet. Wie er lacht. Und dann liest du Kommentare wie „Das ist doch kein Leben, warum tut ihr ihm das an. Schaltet das Gerät ab.“ Leute, die nie da waren, wenn du dein Kind absaugst, wenn du nachts wach bleibst, weil du Angst hast, dass er aufhört zu atmen. Ich hatte mal ein normales Leben. Einen guten und sicheren Job. Senior Manager in der IT-Sicherheit. Sechsstelliges Euro Gehalt, Haus, Auto. Schaffa schaffa Häusle baue – mein Vater hat’s mir vorgemacht. 45 Jahre beim gleichen Arbeitgeber, fleißig, zuverlässig, bodenständig. Ich hab auch schon 26 Jahre beim gleichen erreicht. Und jetzt? Jetzt gibt’s einen anderen Weg. Einen, den dir keiner in der Schule beibringt. Ich muss rausfinden, wie wir als Familie überleben können. Wie Oliver, Sebastian und Julian trotzdem Kinder sein dürfen. Wie wir lachen können, obwohl das Leben uns alles genommen hat. Ich brauche kein Haus mehr. Kein schönes Auto. Keine Rente. Heimat ist kein Ort mehr. Heimat ist meine Familie. Wenn ich eines Tages gehen muss, dann ist das okay – solange ich weiß, dass es meinen drei Jungs und meiner Frau gut geht. Bis dahin reiß ich mir den Arsch auf. Schaffa schaffa – halt ohne Häusle bauen. Und ja – es geht um Geld. Aber nicht so, wie ihr denkt. Wir reden hier über Millionen. Über Rechnungen, die man als normaler Mensch nicht bezahlen kann. Über Summen, mit denen ich nie etwas zu tun haben wollte. Wir haben Stiftungen alles offengelegt – jede eingegangene Spende, jede Ausgabe, jedes Dokument. Wir haben nichts zu verstecken. Wir mussten durchsichtig werden. Unser ganzes Leben in Zahlen und Belegen in Excel zerlegt. Ich erinnere mich noch, als unsere Freunde damals im Mai GoFundMe gestartet haben. Ich wusste nichts davon. Als ich wach wurde, waren 17.000 Euro da. Ich hab mich geschämt. Was denken die Leute über mich. Ich wusste nicht, ob ich das annehmen darf. Aber ohne das – ohne EUCH – wäre Oliver heute nicht hier und wäre ich es überhaupt? Und ich sag’s ganz klar: Wir haben nie durch einen Bericht oder ein Interview Geld bekommen. Wir haben nie ein Werbeangebot angenommen. Auch hier – links und rechts – ist frei. Und nein, „hier könnte nicht Ihre Werbung stehen“. So etwas werden wir nie machen. Weil es hier nicht um Klicks geht, nicht um Reichweite, sondern ums Leben. Und ja, wir teilen unser Leben. Weil es unsere einzige Chance ist. Weil andere dadurch Hoffnung finden. Weil wir zeigen wollen, dass selbst, wenn alles verloren scheint, man weiterkämpfen kann. Ich will nicht reich werden. Ich will meinen Sohn wieder lachen sehen. Ich will, dass meine Kinder glücklich sind. Dass sie wieder Kind sein dürfen. Das wäre der schönste und einzige Reichtum den ich will. Und wenn das bedeutet, dass ich alles aufgebe, was ich je aufgebaut habe – dann ist das so. Ich wünschte, ich säße wieder am Stammtisch, mit einem Bier und einem Wurstsalat, und würde über „die Staubs“ reden. Aber das ist vorbei. Ich bin einer von denen, über die man jetzt redet. ABER ich weiß, dass ich alles richtig mache. Weil ich kämpfe. Weil ich liebe. Ich wünsche niemanden diese Erfahrung die wir gemacht haben - aber die Liebe zu empfinden die wir empfinden. Für Oliver, für die Zwillinge und füreinander. Aufgeben war nie eine Option! Danke an alle, die Oliver und uns eine Chance auf ein gemeinsames Leben gegeben haben, geben und geben werden. Heute bei der Halloween-Feier im Kindergarten. Und ihr glaubt wirklich, es wäre richtig gewesen, die Maschine auszuschalten?
- Die unbekannte Heldin unter den Palmen – und das Wunder, das sie möglich machte
Wir suchen Olivers Lebensretterin Die letzten Wochen waren voller Berichterstattung – vor allem in den USA, aber auch in Mexiko und in Deutschland. Manchmal können wir es selbst kaum glauben, was wir alles erlebt haben. Wir könnten stundenlang erzählen – über Oliver, den Unfall, die Zeit im Krankenhaus in Mexiko, die Prognosen, dass er sterben wird, die Wochen nach seiner Entlassung, wie wir Dr. Bydon gefunden haben, das Wunder mit der Stiftung, die Operationen in Chicago, Herzstillstände, Schlaganfälle und wie sich Oliver Stück für Stück zurückkämpft. Wie weit es gehen wird, weiß niemand. Oder vielleicht weiß es nur Oliver. Aber es gibt Hoffnung. Hoffnung, dass er viel zurückgewinnen kann, vielleicht sogar fast alles. Diese Hoffnung treibt Laura und mich jeden Tag an. Wir verbringen unglaublich viel Zeit an seiner Seite. Liebe als Antrieb Ich denke oft an den Unfall. Oft auch an den Moment, als ich realisiert habe, dass Oliver tot ist. Im Augenblick, in dem ich ihn verloren habe, habe ich meine ganze Liebe für ihn gespürt. Diese Liebe hat mich angetrieben, seinen Gurt zu öffnen und ihn durch das zerbrochene Fenster nach draußen zu geben. Ich hätte auch einfach erstarren können, aus Angst ihn anzufassen. Aber irgendetwas in mir – vielleicht Liebe, vielleicht Instinkt, vielleicht beides – hat mich dazu gebracht, ihn zuerst nach draußen zu geben, obwohl ich wusste, dass kein Leben mehr in seinem kleinen Körper war. Zwischen Leben und Tod Heute reden wir über die Wunder, über die Operationen, über seinen Willen zu leben und darüber, wie er seine Situation annimmt. Jede Reportage erinnert uns daran, was wir durchgemacht haben und wie selten und unwahrscheinlich es ist, dass ein Kind mit einem Jahr und zehn Monaten überhaupt einen solchen Unfall überlebt. Ich habe selbst viel recherchiert und herausgefunden, dass 90 Prozent der Kinder mit einer solchen Verletzung auf dem Weg ins Krankenhaus sterben. Da Oliver nicht gelebt hat, sein Herz nicht geschlagen hat, konnte er auf dem Weg ins Krankenhaus nicht sterben. Bei ihm war es umgekehrt. Er kam im Krankenhaus zurück ins Leben. Der Kreis unter den Palmen Wie es dazu kam, haben Laura und ich erst vor kurzem zusammen besprochen. Laura erinnert sich nicht an den Unfall, sie weiß nicht, was passiert ist. Ich habe ihr erzählt, was ich wahrgenommen habe. Ich wusste, dass Oliver draußen auf dem Grünstreifen unter den Palmen lag, umgeben von Menschen, die versuchten, ihn zu reanimieren. Ich konnte nicht viel sehen, die Airbags hingen vom Dach, und ich versuchte gleichzeitig, die Zwillinge aus dem Auto zu holen. Sie haben gelebt, aber ich wusste nicht, ob sie innere Verletzungen hatten. Ich gab zuerst Sebastian, dann Julian nach draußen. Als ich endlich draußen war, waren meine Kinder weg. Kein Krankenwagen war da, aber sie waren schon fort. Ich wusste nicht wohin. Ich wusste nur, dass Oliver nicht lebt. Das erste Wunder Was ich damals nicht wusste, war, dass genau in diesem Moment eines der ersten Wunder geschah – und eigentlich die Grundlage dafür, dass wir heute noch eine Familie sein dürfen . Als der Unfall passierte, gab es viele Zeugen. In einem dieser Autos war auch eine Ärztin. Sie war eine der Personen in dem Kreis unter den Palmen. Sie begann zusammen mit meiner Schwägerin Ana mit der Reanimation. Die ganze Familie war vorher in vier Autos zusammen unterwegs. Als der Unfall passierte, waren deshalb sofort alle da. Weil der Ort so abgelegen war und ein Krankenwagen viel zu lange gebraucht hätte, beschlossen mein Schwager Antonio und seine Frau Ana, Oliver und die Zwillinge selbst ins Krankenhaus zu bringen – die Ärztin fuhr mit. So wurde Oliver auf der Rückbank für 10 bis 15 Minuten abwechselnd von Ana und dieser Ärztin reanimiert. Im Krankenhaus übernahmen dann die Sanitäter und Ärzte – und nach weiteren zehn Minuten kam Olivers Herzschlag zurück. Das war der Moment, der alles verändert hat. Der Moment, der uns heute erlaubt, noch zusammen zu sein. Menschen, die nicht aufgegeben haben Es ist nicht leicht, darüber nachzudenken, was an diesem Tag und in den Minuten danach passiert ist. Aber Menschen, die wir lieben – und auch völlig Fremde – haben alles getan, damit Oliver zurückkommt. Und das ist umso erstaunlicher, weil sie bestimmt gespürt haben, dass in seinem Nacken etwas nicht stimmt. Aber sie haben nicht aufgegeben. Keiner von ihnen hat aufgegeben. Es war ja nicht ihr Kind. Und genau das macht es so unglaublich. Dafür werden wir für immer dankbar sein. Auch die Entscheidung, mit Oliver nach Mexiko-Stadt zu fliegen – einfach unglaublich. Laura und ich waren selbst noch im Krankenhaus, als Antonio und Ana mit Oliver geflogen sind, obwohl sie selbst drei Kinder dabei hatten und diese selbstlos zurück gelassen haben. Wir suchen Olivers Lebensretterin Mit allem, was wir erlebt haben, konnten wir fast alles mitverfolgen, teilen und dokumentieren. Nur die ersten, entscheidenden Minuten nach dem Unfall nicht. Wir sind meiner Schwägerin Ana, meinem Schwager Antonio und dem Rest der Familie vor Ort unendlich dankbar – für alles, was sie organisiert, entschieden und getan haben als wir es nicht selber konnten. Und wir sind auch dieser Ärztin oder Krankenschwester von ganzem Herzen dankbar. Wir wissen nicht, wer sie ist. Vielleicht war sie im Urlaub, vielleicht lebt sie dort. Wir wissen es nicht. Es wurden keine Namen ausgetauscht, keine Nummern, keine Fotos. In diesem Moment war das auch egal. Aber jetzt, Monate später, möchten wir wissen, wer diese Person ist – die Frau, die Oliver mit das Leben gerettet hat. Vielleicht folgt sie uns hier, vielleicht möchte sie unerkannt bleiben. Vielleicht kennt jemand jemanden, der ein Kind am 17. April 2025 zwischen 14:50 und 15:30 Uhr auf einem Grünstreifen unter Palmen in der Nähe des Flughafens Zihuatanejo, und der Playa Larga reanimiert hat. Wenn ja – bitte melde dich bei uns. Dies würde uns die Welt bedeuten!











